Afrika ist einer der
Kontinente der
Erde mit einer Fläche von 30,3 Millionen km² (22 % der gesamten Landfläche der Erde). Er wird von etwas mehr als 1,1 Milliarden Menschen (Stand Mitte 2014)
[1] bewohnt. Damit ist Afrika sowohl nach Ausdehnung wie nach Bevölkerung der zweitgrößte Erdteil.
Entsprechend der
Out-of-Africa-Theorie gilt Afrika als die „
Wiege der Menschheit“, wo im Zuge der
Hominisation die Entwicklung zum anatomisch modernen Menschen
Homo sapiens stattfand. Nach sehr wechselvoller Geschichte von einer der frühesten Hochkulturen der Menschheit im
Alten Ägypten über die Entstehung verschiedener Großreiche und die spätere Kolonisation (sog. Transatlantischer Sklavenhandel durch Europäer ist bekannt seit dem 16. Jahrhundert) durch europäische Staaten („
Wettlauf um Afrika“) zwischen Ende des 19. Jahrhunderts und dem Ersten Weltkrieg entstanden im Zuge der
Dekolonisation ab der Mitte des 20. Jahrhunderts die sich noch immer verändernden Staaten. Diese übernahmen die von den Kolonialmächten teils mit dem Lineal gezogenen Grenzen. Diese sind selten deckungsgleich mit den Siedlungsgebieten der zahlreichen, oft sehr heterogenen
Völker Afrikas, was zu verschiedenen Konflikten und Kriegen beiträgt. Während die Staaten Afrikas in der
Weltwirtschaft keine große Rolle spielen, sind die
Bodenschätze und die
landwirtschaftlich nutzbaren Flächen des Kontinents von zunehmender Bedeutung und führen in einzelnen Regionen zu neuer, vor allem wirtschaftlicher Einflussnahme von Industrie- und aufstrebenden Schwellenländern (
Neokolonialismus).
Inhaltsverzeichnis
Etymologie
In der
Antike bezeichnete der lateinische Name
Africa nur das Gebiet der gleichnamigen römischen Provinz im heutigen
Tunesien, der Kontinent (zunächst nur Nordafrika westlich des Nils) wurde in der Antike oft
Libya genannt. Der Name
Africa wurde vom
römischen Senator und Feldherrn
Scipio Africanus (Eroberer
Karthagos) erstmals verwendet und könnte von einem einheimischen Stamm abgeleitet sein oder auf dem
phönizischen afar („Staub“), dem
griechischen aphrike („unkalt“), dem
lateinischen aprica („sonnig“) oder dem lateinischen Wort
Afer (Plural:
Afri) beruhen, was soviel wie „Afrikaner,
Punier“ bedeutet.
Seltener gebrauchte Bezeichnungen für den Kontinent sind
Schwarzer Kontinent,
Wiege der Menschheit oder sehr selten
Dritter Kontinent (von Europa aus gezählt).
Geographie
Lage Afrikas in der Welt
Afrika ist im Norden vom
Mittelmeer, im Westen vom
Atlantik, im Osten vom
Indischen Ozean und dem
Roten Meer umgeben. Die Küstenlänge beträgt 30.490 km, was gemessen an der großen Fläche relativ wenig ist. Die einzige Landverbindung zu anderen Festlandmassen, bzw. zu
Eurasien, bildet der
Sinai, der zwischen Afrika und der
Arabischen Halbinsel liegt. Europa liegt Afrika an der
Straße von Gibraltar und der
Straße von Sizilien am nächsten. Der südlichste Punkt Afrikas ist
Kap Agulhas auf 34°50' Süd. Der afrikanische Erdteil ist nur wenig gegliedert; er hat weniger Inseln und Halbinseln als alle anderen Kontinente.
Durch seine Lage beiderseits des
Äquators und seine kompakte Form besitzt Afrika die größte zusammenhängende Landmasse der
Tropen. 75 % der Fläche Afrikas liegen innerhalb der
Wendekreise, die die mathematische Tropengrenze bilden. Der größte Teil Zentral- und Westafrikas ist von tropischem
Regenwald bedeckt; das
Kongobecken ist nach Amazonien das zweitgrößte Regenwaldgebiet der Erde. Um die Wendekreise sind große Wüsten entstanden; die
Sahara im Norden wird nur durch die
Flussoase des
Nil unterbrochen, im Süden befinden sich die
Namib als
Nebelwüste und die
Kalahari als
Trockensavanne. Südlich der Sahara (
Sahelzone) und in Ostafrika bis Südafrika hinunter befinden sich riesige
Savannengebiete. Im Bereich zweier jährlicher Niederschlagsmaxima breiten sich die
Trockenwälder und
Feuerökosysteme aus, beispielsweise
Mopane,
Miombo oder
Chipya-Vegetation. Südostafrika ist durch den Einfluss des
Monsuns und die großen Täler von
Sambesi und
Limpopo fruchtbarer.
Der kleinste Staat auf dem Festland,
Gambia, ist etwa so groß wie
Zypern und der größte,
Algerien, ungefähr sieben mal so groß wie Deutschland. Die größte Insel ist
Madagaskar, die vor der Südostküste Afrikas im
Indischen Ozean (Indik) liegt.
Siehe auch: Geographie Afrikas und Wüsten Afrikas
Regionen Afrikas:
██ Nordafrika
██ Westafrika
██ Zentralafrika
██ Ostafrika
██ Südliches Afrika
Gliederung
Die folgende Unterteilung Afrikas in Regionen
[2] wird neben anderen von der UN-Statistikbehörde
UNSD verwendet:
Gewässer
Einzugsgebiete der großen Gewässersysteme Afrikas
Stillgewässer
Es gibt zwei grundlegende Typen von Seen. Einmal die Beckenseen, die sich flach und weit ausstrecken und ihre Größe durch Verdunstung sehr stark verändern. Ein Beispiel dafür ist der
Tschadsee. Und dann noch die Grabenseen, die im
Ost- und Zentralafrikanischen Graben liegen und sehr tief sind, dafür aber lang und schmal. Beispiele sind der
Malawisee oder der
Tanganjikasee.
Fließgewässer
Es gibt auch zwei Arten von Flüssen in Afrika, die einen speisen Beckenseen, sie haben kein großes Gefälle und eine geringe Fließgeschwindigkeit, z. B. der
Schari, der den
Tschadsee speist, oder der
Okavango, der im
Okavangodelta versickert und verdunstet. Auf der anderen Seite gibt es die Flüsse, die in das Meer münden, sie weisen ein hohes Gefälle auf und haben dadurch eine hohe Fließgeschwindigkeit, Beispiele sind der
Nil, der in das
Mittelmeer mündet,
Niger,
Kongo und
Oranje, die in den
(Süd-)Atlantischen Ozean münden, oder der in den
Indischen Ozean mündende
Sambesi.
- Der längste Strom Afrikas und zugleich der längste oder zweitlängste Fluss der Erde, da die Länge des Amazonas – je nach Definition – zwischen 6.500 Kilometer und 6.800 Kilometer angegeben wird, ist der Nil mit 6.671 km. Er mündet in das Mittelmeer.
- Der zweitlängste Fluss Afrikas und der wasserreichste des Kontinents ist der Kongo mit 4.374 km. Er mündet in den Südatlantik.
- Ein rechter Nebenfluss des Kongos ist die rund 350 km lange Lukuga, der einzige Abfluss des ostafrikanischen Tanganjikasees. Dieser ist mit 1.470 m nach dem Baikalsee (Sibirien) der zweittiefste See der Erde.
- Der Niger ist nach dem Nil und dem Kongo mit 4.184 km Länge der drittlängste Fluss bzw. Strom in Afrika. Nach Verlassen des Kainji-Stausees mündet der Niger in den Südatlantik. Sein Einzugsgebiet beträgt 2.261.763 km².
- Der Sambesi mit 2.736 km ist der viertlängste Fluss in Afrika und der größte afrikanische Fluss, der in den Indischen Ozean fließt. Das Einzugsgebiet umfasst 1.332.574 km², was etwa der Hälfte des Nil-Einzugsgebietes entspricht.
- Der Malawisee mit 29.600 km² zählt mit 706 m zu den tiefsten Seen in Afrika. Sein Abfluss ist der Shire-Fluss, der nach 402 km in den Sambesi mündet.
Gebirge und Berge
Landschaft der
Virunga-Vulkane
Im Nordwesten Afrikas zieht sich das geologisch junge
Atlas- bzw.
Maghreb-Gebirge durch die Staaten
Marokko,
Algerien und
Tunesien, das zusammen mit den
Alpen im Zuge der Annäherung der
afrikanischen an die
eurasische Platte entstanden ist.
Durch den Osten Afrikas zieht sich der
Große Afrikanische Grabenbruch, welcher die Fortsetzung des
Grabenbruchs unter dem
Roten Meer ist und auf eine Abspaltung des
Horns von Afrika und
Arabiens vom Rest Afrikas hindeutet. Der dabei entstehende
Vulkanismus hat unter anderem das
Kilimandscharo-Massiv, das höchste
Bergmassiv Afrikas, das
Ruwenzori-Gebirge und das
Mount-Kenya-Massiv geschaffen. Im weiteren Verlauf des Grabenbruchs liegen
Turkana-See,
Kiwusee,
Tanganjikasee und
Malawisee sowie der Unterlauf des
Sambesi.
Die fünf höchsten Gebirge bzw. Bergmassive mit ihrem jeweils höchsten Berg in Afrika sind:
Gebirge Berg Höhe Staat
Kilimandscharo-Massiv Kibo (Uhuru Peak) 5895 m
Tansania
Mount-Kenya-Massiv Batian 5199 m
Kenia
Ruwenzori-Gebirge Margherita Peak 5109 m
DR Kongo und
Uganda
Hochland von Abessinien Ras Daschän 4533 m
Äthiopien
Virunga-Vulkane Karisimbi 4507 m
Ruanda,
DR Kongo und
Uganda
Niederschlagskarte von Afrika
Außerdem zählen der
Atlas mit dem
Toubkal (4165 m ü. NN) in
Marokko, der
Mount Meru (4562,13 m), ein
Inselberg in
Tansania, und der
Kamerunberg (4095 m), ein Inselberg in
Kamerun, zu den höchsten Gebirgen, Bergmassiven bzw. Bergen des Kontinents.
Geologie
Der größte Teil Afrikas besteht aus sehr alten (
präkambrischen)
Plattformen, die zumeist von jüngeren Sedimenten der
Karoo-Supergruppe überdeckt sind.
Geologisch gehört die
Arabische Platte zu Afrika, womit Afrika im Nordosten vom
Taurusgebirge im Süden der
Türkei und vom
Zāgros-Gebirge im Westen des
Irans begrenzt wird.
Klima
→
Hauptartikel: Geographie Afrikas#Klima
Vegetation und Tierwelt
Vegetationsgebiete Afrikas: dunkelgrün Tropische Regenwälder; rötlich: Wüsten und Halbwüsten, hellere Grüntöne: Savannen; lila: mediterrane Vegetation (zur Legende siehe
Weltkarte Vegetation)
Die wichtigsten Vegetationsgebiete des afrikanischen Kontinents stellen einerseits die Regenwälder West- und Zentralafrikas, andererseits die drei großen
Wüstengebiete und drittens die dazwischen liegenden
Savannen- und
Trockenwaldgebiete dar. Dabei ist der zentralafrikanische
Regenwaldblock im Bereich des Kongobecken von den Regenwäldern an der Südküste Westafrikas isoliert. Die drei wichtigsten Wüsten beziehungsweise Halbwüsten sind die
Namib im Süden, die
Sahara im Norden und die Halbwüstengebiete am
Horn von Afrika, die jedoch mit der Sahara in Verbindung stehen. Innerhalb der Savannen wird meist zwischen
Feuchtsavannen-Waldmosaiken und
Trockensavannen unterschieden, die wiederum durch ausgedehnte Waldsavannen voneinander getrennt sind. Diese Waldsavannen werden im Südosten als
Miombo, im Nordwesten als Doka bezeichnet. Nördlich der Sahara treten darüber hinaus auch
mediterrane Vegetationsformen auf. Typische Hochgebirgsvegetation findet man in Nordafrika im
Atlasgebirge, im
äthiopischen Bergland sowie vor allem in zahlreichen, teilweise isolierten Bergmassiven Ostafrikas, wie
Kilimandscharo,
Mount-Kenya-Massiv und
Ruwenzori-Gebirge. Eine Besonderheit stellt das
Kapgebiet dar, das durch besonderen Artenreichtum auffällt und ein eigenes
Florenreich darstellt. Eine weitere besondere Vegetationsform sind die südafrikanischen
Karoo-Steppen.
[3]
Afrika ist bekannt für seine großen Wildtierherden
Afrika beherbergt zwei
Zoogeographische Regionen. Den Großteil bedeckt dabei die
Afrotropische Region, die den ganzen Kontinent südwärts der Sahara umfasst, während die Teile nördlich der Sahara der
Paläarktischen Region zugeschlagen werden. Dies liegt an zahlreichen Arten Nordafrikas, die auch in
Europa und
Nordasien vorkommen oder dort nahe Verwandte besitzen. Dazu zählen etwa der
Berberhirsch (eine Unterart des Rothirsches) und der mittlerweile ausgestorbene
Atlasbär. Die Tierwelt Afrikas, insbesondere südlich der Sahara zeichnet sich vor allem durch einen großen Artenreichtum an Großsäugern aus. Die größten Landsäugerarten des Kontinents sind
Afrikanischer Elefant und
Waldelefant,
Flusspferde und
Nashörner. Weitere typische Großtiere stellen
Kaffernbüffel,
Giraffen,
Zebras, zahlreiche
Antilopen- und
Duckerarten sowie verschiedene
Schweine dar. Im Gebiet der
Danakilwüste kommen außerdem noch Restbestände des
afrikanischen Wildesels, in den Gebirgen Nordafrikas
Steinböcke und
Mähnenschafe vor. Auch Großraubtiere sind durch
Löwen,
Leoparden,
Geparden,
Hyänen und
Wildhunde reichhaltig vertreten. Kleinere Räuber sind durch den
Erdwolf, verschiedene
Schleichkatzen,
Mangusten,
Katzen,
Füchse,
Schakale und einige
Marder, wie den
Honigdachs vertreten. Insbesondere die Zentralafrikanischen Waldgebiete sind Heimat einer großen Vielfalt verschiedener Primatenarten. Dazu zählen
Gorillas,
Schimpansen,
Meerkatzenartige,
Galagos und
Pottos. Typisch Afrikanische Säugetierordnungen stellen
Erdferkel,
Schliefer,
Rüsselspringer,
Otterspitzmäuse und
Goldmulle dar, die alle der Gruppe der
Afrotheria entstammen. Diese Tiergruppe umfasst auch die Elefanten und Seekühe wie den
afrikanischen Manati und den
Dugong, und hat ihren Ursprung in Afrika. Weit verbreitete Säugerordnungen, die man auch in Afrika findet, sind Fledertiere, Insektenfresser, Nager und Hasen. Die Schuppentiere kommen außer in Afrika auch in Südasien vor.
[3] Das größte Reptil des Kontinents ist das
Nilkrokodil, der größte Vogel, der
Afrikanische Strauß.
Die Großtierfauna der afrikanischen Savannen ist zusehends auf einzelne Schutzgebiete beschränkt. Die bekanntesten darunter, wie die
Serengeti, der
Chobe-Nationalpark oder der
Krüger-Nationalpark liegen dabei im östlichen und südlichen Teil des Kontinents. Auch die Lebensräume der Regenwaldbewohner sind im Schwinden begriffen.
[3]
Bevölkerung
Ethnolinguistische Gruppen Afrikas
Entwicklung der Bevölkerung Afrikas (in Millionen)
[4]
Afrika hat etwa eine Milliarde Einwohner (Stand 2012),
[5] wovon die meisten südlich der weitgehend unbesiedelten Wüste
Sahara in
Schwarzafrika (subsaharisches Afrika) leben. In
Nordafrika, wo hauptsächlich
Berber und
Araber leben, gibt es rund 210 Millionen Einwohner.
Der bevölkerungsreichste Staat ist
Nigeria mit über 150 Millionen Einwohnern. Der bevölkerungsärmste Staat sind die
Seychellen mit 80.000 Einwohnern.
Die größte Stadt Afrikas ist
Kairo (
Ägypten) mit 15.707.992 Einwohnern, danach folgt
Lagos (
Nigeria) mit 11.153.863 Einwohnern; die drittgrößte Stadt des Kontinents ist
Kinshasa (
Demokratische Republik Kongo) mit 8.096.254 Einwohnern.
Siehe auch: Liste der größten Städte Afrikas
Völker
Im Norden Afrikas lebten schon Jahrtausende vor der Ankunft der
Araber um das
7. Jahrhundert herum
berberische Völker. Diese leben seitdem vor allem in den gebirgigen Regionen des
Maghreb, wo sie vor den arabischen Invasoren Zuflucht fanden, um sich im Laufe der folgenden Jahrhunderte aber deutlich mit jenen zu durchmischen und eine eigene maghrebinische Kultur zu schaffen, die einige Unterschiede zur übrigen arabischen Welt aufweist, beispielsweise in der
Sprache. Auch die Völker Nordostafrikas, wie z. B. die
Amharen sind semitische Völker. Die
Sahara wird von
nomadisierenden Tuareg bewohnt.
In
Westafrika sind die
Mande- und
Gur-Völker zu nennen.
Hausa und
Yoruba leben im östlichen
Westafrika,
Wolof und
Fulbe im westlichen Teil.
In
Zentral- und
Ostafrika sind die
Bantu beheimatet, eine aus zahlreichen Völkern bestehende Gruppe. Die
Khoisan-Völker im Süden Afrikas zählen zu den
indigenen Völkern, wie auch die bereits genannten
Berber und
Tuareg in der
Sahara und die
Massai in
Ostafrika. Größte Gruppe von im Zuge der
Kolonisation eingewanderten Menschen sind die
Buren in
Südafrika. Moderne Migrationsbewegungen haben
Libanesen nach West- sowie
Inder und
Chinesen nach Ostafrika gebracht.
Siehe auch: Indigene Völker Afrikas
Sprachen
→
Hauptartikel: Afrikanische Sprachen
Insgesamt gibt es über 2000 eigenständige afrikanische Sprachen, von denen rund 50 als größere Sprachen gelten, die jeweils von über einer Million Menschen gesprochen werden. Einige der wichtigsten afrikanischen Sprachen sind
Swahili,
Igbo,
Hausa und
Fulfulde. Die ehemaligen europäischen
Kolonialsprachen werden vielerorts noch gesprochen.
Zu den
afroasiatischen Sprachen gehören
Arabisch,
Hausa,
Amharisch und
Oromisch zu den
Niger-Kongo-Sprachen zählen
Bambara,
Swahili,
Wolof,
Yoruba und
Zulu. Die
Khoisansprachen werden von den
gleichnamigen Völkern im Südlichen Afrika gesprochen; charakteristisch für sie sind Klicklaute. Auf Madagaskar werden
Austronesische Sprachen wie
Malagasy,
Howa (Dialekt des
Merina) und andere
Merina-Dialekte gesprochen.
Siehe auch: Liste afrikanischer Sprachen
Religion
→
Hauptartikel: Religion in Afrika und Afrikanische Religionen
In Nordafrika, Ostafrika und Westafrika ist der
Islam weit verbreitet. Laut Auswärtigem Amt gehören 44,2 % aller Afrikaner (darunter in Nordafrika Araber und Berber) dem Islam an, laut CIA World Factbook 43,4 %. Daneben gibt es vor allem in West- und Südostafrika eine große Anzahl derer, die
Animismus praktizieren. Man schätzt, dass dies 13 bis 20 % der Afrikaner sind. Die restlichen rund 38 bis 43 % gehören
christlichen Konfessionen an. Die Mehrheit der afrikanischen Christen lebt im Süden Afrikas. Eine Sonderrolle spielt die
Äthiopisch-Orthodoxe Tewahedo-Kirche, da in
Äthiopien das Königreich
Aksum das Christentum zur
Staatsreligion machte. Außerdem sind unter den nicht-afrikanischen Minderheiten auch
Bahai,
Judentum und
Hinduismus verbreitet.
Gesundheit und Gesundheitsversorgung
Die durchschnittliche Lebenserwartung einer afrikanischen Frau liegt bei 55 Jahren, die durchschnittliche Lebenserwartung eines afrikanischen Mannes bei 53 Jahren,
[6] damit ist sie weit niedriger als auf anderen Kontinenten. Afrika ist auch der von
HIV/
AIDS am stärksten betroffene Kontinent. Etwa 4 % der Bevölkerung sind HIV-positiv (siehe auch:
HIV/AIDS in Afrika).
[6]
Geschichte
„Lucy“, das Skelett eines
Australopithecus afarensis
→
Hauptartikel: Geschichte Afrikas und Geschichte Nordafrikas
Die ältesten bisher bekannten menschlichen Lebensspuren fanden sich in Afrika. Es gilt als sicher, dass sich von hier aus zunächst
Homo erectus und später – der aus den in Afrika verbliebenen Populationen von
Homo erectus entstandene –
anatomisch moderne Mensch (Homo sapiens) nach Asien und Europa ausgebreitet haben. Dementsprechend entdeckte man auch die ältesten
Steingeräte in Afrika:
[7] die einfachen
Oldowan-Geräte des „
Early Stone Age“, das in Europa als
Altpaläolithikum bezeichnet wird.
Im Niltal in Nordafrika befand sich mit
Ägypten eine der ersten
Hochkulturen. Es gab zwar auch weitere Königreiche in Westafrika wie zum Beispiel die
Ashanti und die
Haussa, diese entstanden jedoch viel später. Auch in Ost- und Südafrika gab es einige bedeutende Kulturen, wie auch im Gebiet des heutigen Sudan, damals
Nubien oder Kusch genannt. Nubische Pharaonen haben auch für eine Dynastie ganz Ägypten beherrscht. Bedeutende Kulturen im Süden Afrikas waren zum Beispiel die Bewohner
Groß-Simbabwes. Diese Steinburg war architektonisch für die damalige Zeit ein Meisterwerk und bedeutend für Handel zwischen den Völkern des Südens und des Ostens. Im Osten Afrikas waren die
Swahili bekannt.
Nordafrika war durch das Mittelmeer mit Europa und Vorderasien eher verbunden als getrennt.
Karthago, eine Gründung der
Phönizier im heutigen
Tunesien, war um die Mitte des
1. Jahrtausend v. Chr. die herrschende
Großmacht im westlichen Mittelmeer, bis sie in den
Punischen Kriegen von
Rom abgelöst wurde. Dieses herrschte ab
30 v. Chr. (Eroberung Ägyptens) über ganz Nordafrika.
Schon die alten Ägypter (Königin
Hatschepsut) unternahmen Fahrten nach
Punt, wahrscheinlich im heutigen
Somalia. Auch das Reich der
Königin von Saba, welches wohl in Südarabien sein Zentrum hatte, soll sich über Teile des
Horns von Afrika bis in den
Norden Äthiopiens erstreckt haben. Die Herrscher
Äthiopiens führten ihre Abstammung auf die Königin von Saba zurück.
Herodot berichtet, dass um
600 v. Chr. phönizische Seeleute im Auftrag des
Pharao Necho in drei Jahren Afrika vom Roten Meer bis zur Nilmündung umfahren hätten. Da er davon berichtet, sie hätten behauptet, die Sonne „zu ihrer Rechten“, also im Norden, gesehen zu haben, gilt dieser Bericht als glaubwürdig. Sicher ist die Fahrt des karthagischen Admirals
Hanno um
500 v. Chr., der von Südspanien aus mindestens bis
Sierra Leone kam.
Während der
Völkerwanderung eroberten die
Vandalen das römische Nordafrika von
Marokko bis
Libyen. Schon vor der
Hidschra wanderten
arabische Stämme nach Nordafrika ein. Mit dem Siegeszug des
Islam wurde Ägypten 641, Marokko 670 erobert. In den folgenden Jahrhunderten wurde Nordafrika praktisch vollständig islamisiert, der
Sahel, West- und Ostafrika zumindest teilweise.
Afrika aus europäischer Sicht, um 1812
1250 richtete sich der
Sechste Kreuzzug gegen Ägypten (die anderen
Kreuzzüge richteten sich gegen
Palästina). Zwischen dem 9. und 16. Jahrhundert entwickelten sich im Gebiet des heutigen
Mali mehrere mächtige, unabhängige Königreiche. Im
15. Jahrhundert wurde die Westküste Afrikas von
Portugal aus erforscht. Portugal und
Spanien errichteten im 15. und 16. Jahrhundert erste Stützpunkte an der Nordküste.
Nach der
Entdeckung Amerikas war Afrika für die Europäer hauptsächlich als Quelle für
Sklaven interessant. Ein erheblicher Anteil der Bevölkerung von
Brasilien,
Haiti und anderen Inseln der
Karibik, aber auch der
USA sind afrikanischer Abstammung. Zum Zweck des
Sklavenhandels wurden Forts an den Küsten errichtet, den Transport aus dem Binnenland übernahmen meist einheimische Königreiche. Im
ostafrikanischen Sklavenhandel waren bis ins
17. Jahrhundert arabische Händler vorherrschend. Das Innere des Kontinents war den Europäern weitestgehend unbekannt. Erste Forschungsreisen unternahmen Ende des
18. Jahrhunderts von der
Association for Promotion the Discovery of the Interieur of Africa (Africa Association, London) ausgesandte Männer verschiedener Nationalitäten.
Nach der
industriellen Revolution und dem Verbot des
Sklavenhandels 1807 wurde Afrika eher uninteressant. Erst mit dem Aufkommen des
Imperialismus wuchs das Interesse der europäischen
Großmächte am
dunklen Kontinent und der
Wettlauf um Afrika führte innerhalb von weniger als 20 Jahren zur Besetzung fast des gesamten Kontinents. Auf der
Kongokonferenz in
Berlin wurde 1884/85 der größte Teil Innerafrikas zwischen den europäischen Mächten aufgeteilt, bis 1912 verloren die meisten afrikanischen Völker ihre Freiheit. Unabhängig blieben nur
Liberia, eine Siedlungskolonie freigelassener
nordamerikanischer Sklaven, sowie das alte
Kaiserreich Abessinien (heute
Äthiopien), welches allerdings 1935 vom
faschistischen Italien angegriffen und 1936 bis 1941 von diesem annektiert wurde. Im
Ersten Weltkrieg waren die
deutschen Kolonien Kriegsschauplatz, viele Afrikaner kämpften auch in Europa. Im Zweiten Weltkrieg fanden Kämpfe vor allem in Nordafrika und am Horn von Afrika statt.
Kolonisation Afrikas um 1914
Im Zuge der
Dekolonisation Afrikas wurden mehrere Staaten in den 1950er Jahren unabhängig. 1960 gilt als das
Jahr der afrikanischen Unabhängigkeit, da der Großteil der französischen Kolonien in diesem Jahr in die Unabhängigkeit entlassen wurde. Als letzter Staat löste sich
Dschibuti 1977 von europäischer Fremdherrschaft. In
Südafrika ist die
schwarze Bevölkerungsmehrheit erst seit 1994 an der Regierung. Vier Jahre zuvor endete die südafrikanische Besetzung Namibias. Einige Inseln und die Gebiete um die Städte
Ceuta und
Melilla gehören bis heute verschiedenen europäischen Staaten.
Durch die willkürlichen und die historischen und ethnisch-kulturellen Gegebenheiten außer Acht lassenden Grenzziehungen der Kolonialzeit wurde die Entwicklung eines Nationalgefühls in den meisten afrikanischen Staaten erschwert. Dies und die einseitige Ausrichtung der Wirtschaften auf Exportartikel führten u. a. dazu, dass die politische Lage in den meisten Staaten instabil ist und autoritäre Regime vorherrschen. Dadurch fällt ein großer Teil der natürlichen Reichtümer des Kontinents der
Korruption zum Opfer beziehungsweise wird von internationalen Konzernen abgeschöpft. Verbunden mit unterentwickelter Infrastruktur, klimatischen Problemen, hohem Bevölkerungszuwachs und in neuerer Zeit sehr hohen
AIDS-Raten führt dies dazu, dass fast ganz Afrika der
Dritten Welt angehört.
Politik
Politische Karte Afrikas
Afrika hat relativ stabile demokratische Länder, repressive
Diktaturen,
Regimes die zwar einen demokratischen Anstrich haben, wie zum Beispiel
Gabun, die aber insgesamt sehr
autoritär regiert werden und „
failed states“. Das bekannteste Beispiel ist
Somalia. Die meisten Länder Afrikas sind in einer Zwischengruppe zwischen relativ stabiler
Demokratie und repressiver Diktatur.
[8]
Auf dem afrikanischen Kontinent gibt es vergleichsweise starke Probleme bei der Durchsetzung von Demokratie und
Menschenrechten. Die meisten der als
gescheiterte Staaten angesehenen Länder liegen in Afrika.
Mit der Gründung der
Afrikanischen Union (AU) soll ein neues Kapitel in der afrikanischen Politik aufgeschlagen werden; Eigenverantwortung, gegenseitige Kontrolle und
gute Regierungsführung sollen die
afrikanische Renaissance ermöglichen.
Mitglieder in Afrikanischen Organisationen
Alle Staaten Afrikas und abhängige Gebiete
→
Hauptartikel: Liste der Staaten Afrikas
Die politische Organisation „
Afrikanische Union“ umfasste ursprünglich 52 Staaten des Kontinents; Marokko trat ihr nie bei, und Mauretanien wurde ausgeschlossen. Während jedoch die Arabische Sahara-Republik faktisch nicht existiert (das Westsahara-Gebiet ist Marokko angeschlossen), aber von der AU als Vollmitglied anerkannt wurde, existiert bereits seit 1991 eine kontinuierliche und von Somalia faktisch unabhängige Republik Somaliland, die jedoch nicht formal anerkannt ist.
Anerkannten Status haben damit derzeit 54 afrikanische Staaten (alle afrikanischen UNO-Mitgliedstaaten außer Marokko, plus Westsahara), zwei sind umstritten (Somaliland und Azawad) und acht kleinere Küstenabschnitte und Inselgruppen stehen unter europäischer Regierungshoheit, werden jedoch teilweise auch von afrikanischen Regierungen beansprucht.
Algerien, die
Demokratische Republik Kongo und der
Sudan sind in dieser Reihenfolge die flächengrößten Länder;
Nigeria mit 149 Millionen, Äthiopien mit 85 Millionen und
Ägypten mit 83 Millionen Einwohnern sind die bevölkerungsreichsten Staaten (Stand 2010).
[9]
Wirtschaft und Infrastruktur
Wirtschaft
→
Hauptartikel: Wirtschaft Afrikas
Durchschnittliche jährliche Wachstumsraten der afrikanischen Länder in den Jahren 2001 bis 2012
Anteile der Wirtschaftssektoren am BIP der afrikanischen Länder in den Jahren 2004 und 2011
Weite Teile der Wirtschaft im mittleren und südlichen Afrika sind auf den
Export ausgerichtet (zum Beispiel
Bananen
plantagen,
Tropenhölzer,
Gold- und
Diamantenminen,
Kakaoplantagen). Daneben gibt es in den Städten größere
Industrie- und kleinere
Handwerksbetriebe, die unter anderem für den Eigenbedarf produzieren. Auf dem Lande herrscht oft
Subsistenzwirtschaft vor, beispielsweise Anbau von
Maniok und
Batate, Fischerei, Tierzucht. Außerdem ist in manchen Gegenden der
Tourismus eine wichtige Einnahmequelle (zum Beispiel
Safari).
In den Staaten
Nordafrikas bringt vor allem die Förderung von
Erdöl und
Erdgas Einnahmen. Daneben gibt es am
Nil und in einigen fruchtbaren Gebieten
Landwirtschaft. Die Nil-
Staudämme werden zur
Stromerzeugung genutzt.
Exportartikel
- Kakao: etwa 70 % Weltmarktanteil
- Diamanten: etwa 50 % Weltmarktanteil
- Gold: etwa 25 % Weltmarktanteil
- Erdöl: etwa 10 % Weltmarktanteil
Infrastruktur
Die Dichte des Straßennetzes beträgt 6,84 km je 100 km2. Die Eisenbahnlinien in Afrika sind besonders in West- und Zentralafrika nur wenig vernetzt. Die Länder Burundi, Kap Verde, Komoren, Gambia, Guinea-Bissau, Äquatorialguinea, Libyen, Mauritius, Niger, Zentralafrikanische Republik, Ruanda, São Tomé und Príncipe, Seychellen, Sierra Leone, Somalia und Tschad verfügen über gar kein Schienennetz. Lediglich drei der Flughäfen in Afrika werden nach Passagieraufkommen zu den 150 weltweit wichtigsten gezählt. Afrikanische Schiffe sind zu etwa 80 % älter als 15 Jahre.
[10]
Landwirtschaft
Der Großteil der Nahrungsmittelproduktion für die Bevölkerung erfolgt über
Subsistenzlandwirtschaft. Die
Biodiversität wird dadurch in der Regel geschont oder sogar gefördert, da sie sehr kleinflächig erfolgt und Geld für chemische Düngemittel und Pflanzenschutz nicht vorhanden ist. Demgegenüber wird in den letzten Jahren
industrielle Landwirtschaft durch ausländische Kapitalgesellschaften vorangetrieben. Diese kaufen oder pachten große Flächen Land, um mit hohem Einsatz von Bewässerung, Mineraldünger und Pestiziden entweder Lebensmittel für den Bedarf im eigenen Land anzubauen (insbesondere die Golfstaaten) – oder es werden Pflanzen wie
Zuckerrohr oder
Ölpalmen angebaut, um damit
Biosprit für
Europa zu produzieren. Diese Entwicklung wird auch als
land grabbing bezeichnet.
[11] Die Staatschefs vieler afrikanischer Länder sind an diesen ausländischen Investitionen durchaus interessiert, da ein Teil davon auch in die Staatskasse fließt. Dass die großen fruchtbaren Landflächen nicht mehr der Eigenversorgung der Bevölkerung zur Verfügung stehen, wird dabei nicht berücksichtigt. Im Folgenden eine Auflistung der Anfang 2010 bekannten Landkäufe bzw. -anpachtungen:
[12]
- 600.000 Hektar angepachtet in Äthiopien, die äthiopische Regierung sucht Pächter für weitere 3 Mill. Hektar
- 100.000 Hektar angepachtet durch Libyen in Mali
- 400.000 Hektar angepachtet durch einen New Yorker Investmentfonds im Sudan
- 2,8 Mill. Hektar angepachtet durch China in der Demokratische Republik Kongo
- 10 Millionen Hektar wurde in der Republik Kongo südafrikanischen Großfarmern angeboten
Für die weitere Entwicklung der Landwirtschaft in Afrika wird zum einen eine
Afrikanische Grüne Revolution vorgeschlagen: mit Hochertragssorten und hohem Einsatz von Pestiziden und Düngemitteln, ausländischem Know-how und moderner Informations- und Finanztechnologie zur Risikominimierung.
[13] Demgegenüber argumentiert Hans-Heinrich Bass für eine
Grüne Renaissance, „die das Know-how der afrikanischen Bauern ernst nimmt – und es mit heutigen Erkenntnissen zusammführt.“
[14]
Kultur
Kino
→
Hauptartikel: Afrikanisches Kino
Filme wurden in Afrika seit der Erfindung des Kinos gedreht, darunter
ethnographische Filme und kolonialistische Propagandafilme. Eine eigene Filmindustrie entwickelte sich insbesondere in Ägypten.
In den Ländern südlich der Sahara konnte sich eine eigenständige Produktion erst nach dem Zweiten Weltkrieg entwickeln. Als „Vater“ des Kino auf dem Kontinent gilt
Ousmane Sembène. Das Autorenkino hat es schwer, die afrikanischen Zuschauerinnen und Zuschauer zu erreichen, da die kommerziellen Kinos nach dem Blocksystem Filme einkaufen und überwiegend Hollywoodfilme und indische Produktionen zeigen. Wo das Publikum jedoch Gelegenheit hat, afrikanische Filme zu sehen, wie beim Panafrikanischen Filmfestival
FESPACO in
Ouagadougou (
Burkina Faso) zeigt es lebhaftes Interesse. Zur Finanzierung und Produktion sind die Filmemacherinnen und Filmemacher Afrikas vielfach immer noch auf europäische Institutionen angewiesen. Eine kommerziell rentable Videoproduktion und auch die weltweit drittgrößte hat sich in
Nigeria entwickelt. Weitere bekannte Regisseurinnen und Regisseure sind unter anderen
Souleymane Cissé,
Safi Faye,
Anne-Laure Folly,
Med Hondo,
Djibril Diop Mambéty.
Literatur
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Hauptartikel: Afrikanische Literatur
Zu den wichtigsten afrikanischen Autoren gehören der nigerianische
Literaturnobelpreisträger Wole Soyinka und der mit dem
Friedenspreis des Deutschen Buchhandels ausgezeichnete
Chinua Achebe, der „Vater“ der afrikanischen Literatur.
Weitere bedeutende Autoren sind:
Mobolaji Adenubi (Nigeria),
Ama Ata Aidoo (Ghana),
Amadou Hampâté Bâ,
Francis Bebey (Kamerun),
Mongo Beti (Kamerun),
Steve Chimombo (Malawi),
Mia Couto (Mosambik),
Amma Darko (Ghana),
E. B. Dongala (Volksrepublik Kongo),
Nuruddin Farah (Somalia),
Nadine Gordimer (Südafrika, Nobelpreis für Literatur 1991),
Bessie Head (Südafrika/Botswana),
Lília Momplé (Mosambik),
Grace Ogot (Kenia),
Ben Okri (Nigeria),
Ousmane Sembène (Senegal),
Ngũgĩ wa Thiong’o (Kenia),
Yvonne Vera (Simbabwe),
Nagib Mahfuz (Ägypten, Nobelpreis für Literatur 1988),
At-Tayyib Salih (Sudan),
J. M. Coetzee (Südafrika, Nobelpreis für Literatur 2003),
Waris Dirie (Somalia) und
Damon Galgut (Südafrika).
Siehe auch: Arabische Literatur
Kunst
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Hauptartikel: Afrikanische Kunst
Beispiel für afrikanische Kunst
Afrikanische Kunst:
Weiße Dame von Auahouret
Musik
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Hauptartikel: Traditionelle afrikanische Musik und Afrikanischer Tanz
Die Musik spielt für viele Afrikaner eine wichtige Rolle. Viele afrikanische Kulturen haben
Tonsprachen, das heißt Sprachen, in denen die Tonhöhe zur Unterscheidung von Bedeutung benutzt wird; dies hat zum Teil erheblich Konsequenzen. Zum Beispiel dadurch, dass mit auf Instrumenten gespielten Tonfolgen ein bedeutungsvoller und für die Zuhörer verständlicher Text gespielt werden kann. Aber auch, dass Tonfolgen in Vokalmusik dem Sprachton unterworfen sein können. Über afrikanische Musik kann man nicht sprechen, ohne den Tanz einzuschließen. Viele afrikanische Sprachen haben ein gemeinsames Wort für die beiden in „westlicher“ Kultur zumeist unterschiedenen Konzepte. Historische Forschungen haben gezeigt, dass afrikanische Musikkulturen niemals statisch, sondern im Gegenteil überaus dynamisch waren und sind.
Verschiedene
Tonsysteme, Musiken in Verknüpfung mit Kult, Repräsentation, dörflichen Festen, städtischer Unterhaltung, seit Anfang des 20. Jahrhunderts eine kommerzielle Musik-Industrie (Schellack-Platten) existieren jeweils unter lokal verschiedenen Bedingungen und sorgen so für eine große Diversität afrikanischer Musik.
Eine grobe Einteilung in Stilgebiete unterscheidet den
Khoisanid geprägten Süden vom
Bantusprachigen Zentralafrika und den mehr oder weniger islamisch beeinflussten Regionen Ost- wie Westafrikas.
Philosophie
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Hauptartikel: Afrikanische Philosophie
Philosophische Inhalte werden zum Großteil noch immer über nicht-schriftliche Medien, wie beispielsweise mündliche Überlieferung, vermittelt, da die meisten afrikanischen Völker keine Schriftform entwickelten. Dementsprechend schwierig gestaltet sich der Umgang mit dem philosophischen Erbe Afrikas.
Amadou Hampâté Bâ drückte es einmal so aus: Es verbrenne immer eine ganze Bibliothek, wenn ein Alter stirbt. Dichter wie
Ngũgĩ wa Thiong’o schreiben zudem aus Protest gegen den ihrer Meinung nach
eurozentristischen Blick hiesiger Wissenschaften und aufgrund ihres Zielpublikums in ihrer eigenen Sprache, für die oft noch keine Schriftform existierte. Schriftformen wurden erst in den letzten Jahrzehnten, häufig unter Mithilfe europäischer Missionsgesellschaften, entwickelt. Philosophen und Theoretiker sind einem europäischen Publikum meist aus dem Zusammenhang kultureller Befreiungsversuche bekannt.
Siehe auch: Postkolonialismus
Sport
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Hauptseite: Kategorie:Sport (Afrika)
Siehe auch: Confédération Africaine de Football
Organisationen
Politische Organisationen
Wirtschaftliche Organisationen
Andere
- CAF Afrikanischer Fußballverband
Siehe auch
Portal: Afrika – Übersicht zu Wikipedia-Inhalten zum Thema Afrika
Literatur
Einführungen und Handbücher:
- Thomas Bierschenk, Eva Spies (Hrsg.): 50 Years of Independence in Africa. (= Africa Spectrum. Vol. 45 No. 3). Giga, Hamburg 2010, DNB 1024414175.
- Thomas Bierschenk, Eva Spies (Hrsg.): Afrika seit 1960. Kontinuitäten, Brüche, Perspektiven. (= Mainzer Beitrage zur Afrikaforschung. 29). Köppe, Köln, ISBN 978-3-89645-829-2.
- Bartholomäus Grill: Ach, Afrika. Berichte aus dem Inneren eines Kontinents. Goldmann 2005, ISBN 3-442-15337-9.
- Jacob E. Mabe (Hrsg.): Das Afrika-Lexikon. Ein Kontinent in 1000 Stichwörtern. Metzler, Stuttgart 2004, ISBN 3-476-02046-0.
- Jacob E. Mabe (Hrsg.): Das kleine Afrika-Lexikon. Politik, Wirtschaft, Gesellschaft. Metzler, Stuttgart 2002, ISBN 3-87294-885-7. (Sonderausgabe für die Zentralen für politische Bildung; dort kostenlos erhältlich).
- Christoph Plate, Theo Sommer (Hrsg.): Der bunte Kontinent. Ein neuer Blick auf Afrika. DVA, Stuttgart München 2001, ISBN 3-421-05463-0.
- Walter Schicho: Handbuch Afrika. 3 Bände. Brandes & Apsel, Frankfurt am Main 1999, ISBN 3-86099-120-5.
- Julius Wagner, Willy Eggers (Hrsg.): Harms’ Handbuch der Erdkunde. Band 5: Afrika. 9. neubearbeitete Auflage. List, München 1973, ISBN 3-471-18853-3.
Gesamtdarstellungen:
- Jacques Maquet, Herbert Ganslmayr: Afrika. Die schwarzen Zivilisationen. Kindler, München 1985, DNB 750489561.
- Christoph Marx: Geschichte Afrikas. Von 1800 bis zur Gegenwart. Schöningh, Paderborn u.a. 2004, ISBN 3-506-71748-0.
- John Iliffe: Geschichte Afrikas. C.H. Beck, München 1997, ISBN 3-406-42811-8.
- Joseph Ki-Zerbo: Die Geschichte Schwarz-Afrikas. Fischer, Frankfurt am Main 1993, ISBN 3-596-26417-0.
- Theodorum Danckert: Der Kontinent Afrika 1690. Historische Karte: – Totius Africae Accuratissima Tabula …, Verlag Rockstuhl, Bad Langensalza, Reprint 1690/2000, ISBN 3-932554-69-8.
- Winfried Speitkamp: Kleine Geschichte Afrikas. Reclam, Stuttgart 2007, ISBN 978-3-15-010643-3.
- Emmanuel Akyeampong u. a. (Hg.): Africa's Development in Historical Perspective. Cambridge University Press, 2014, ISBN 978-1107691209.
Spezielle Aspekte:
- African Development Perspectives Yearbook. Lit-Verlag, Münster/ Berlin seit 1989, ISBN 3-923024-29-0 (bislang 15 Bände zu politischen und wirtschaftlichen Themen)
- Franz Ansprenger: Politische Geschichte Afrikas im 20. Jahrhundert. 2. neubearb. u. erw. Auflage. C.H. Beck Verlag, München 1997, ISBN 3-406-34060-1.
- Susan Arndt (Hrsg.): AfrikaBilder. Studien zu Rassismus in Deutschland. Unrast Verlag, ISBN 3-89771-407-8.
- Susan Arndt, Antje Hornscheidt (Hrsg.): Afrika und die deutsche Sprache. Ein kritisches Nachschlagewerk. Unrast Verlag, 2004, ISBN 3-89771-424-8.
- Walter Eberlei: Afrikas Wege aus der Armutsfalle. Brandes & Apsel, Frankfurt am Main 2009, ISBN 978-3-86099-611-9.
- Gerhard Hauck: Gesellschaft und Staat in Afrika. Brandes & Apsel, Frankfurt am Main 2001, ISBN 3-86099-226-0.
- Dominic Johnson: Afrika vor dem großen Sprung. Verlag Klaus Wagenbach, Berlin 2011, ISBN 978-3-8031-2656-6.
- Ryszard Kapuściński: Afrikanisches Fieber. Erfahrungen aus vierzig Jahren. Eichborn Verlag, Berlin 1999, ISBN 3-492-23298-1)
- UNEP (Hrsg.): Africa Environment Outlook 2 – Our Environment, Our Wealth (AEO-2). 2006, siehe online.
- UNEP (Hrsg.): Africa Water Atlas Division of Early Warning and Assessment (DEWA). Nairobi, Kenya 2010, ISBN 978-92-807-3110-1 online (PDF; 40,9 MB)
- Thomas Schlüter: Geological Atlas of Africa. Springer, Heidelberg 2005, ISBN 3-540-29144-X.
- Ngũgĩ wa Thiong’o: Moving the Centre. Essays über die Befreiung afrikanischer Kulturen. Münster 1995, ISBN 3-928300-27-X.
Weblinks
Commons: Afrika – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Wiktionary: Afrika – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
Wikimedia-Atlas: Afrika – geographische und historische Karten
Wikinews: Afrika – in den Nachrichten
Wikisource: Afrika – Quellen und Volltexte
Wikivoyage: Afrika – Reiseführer
Einzelnachweise
- Hans-Heinrich Bass: Afrika braucht eine ländliche Industrie – Nur mit einer nachhaltigen Landwirtschaft und einer soliden Lebensmittelverarbeitung lässt sich der Hunger bekämpfen. Süddeutsche Zeitung vom 21. November 2011 (PDF; 38 kB)
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