Forenspiel: Ironie & Sarkasmus

Das wäre überhaupt nicht cool.
Dann müssten wir ja noch einen Thread aufmachen, was wiederum noch sinnloser wäre, und ich noch mehr Zeit verschwenden müsste, absolut sinnvolle Texte zu schreiben. Allerdings würde ich mich über noch mehr Forumbans freuen, wegen Unnötig bescheuerten Threads.
Du hast zwar Recht, aber wie ich schon sagte, die Meinung von arox ist höher als die von allen anderen normalen Mitgliedern und deswegen müssen wir sie nun einmal respektieren.
Du magst Vögel und Vögel sind scheiße. Damit sollte die Sache geklärt sein.
 
Du hast zwar Recht, aber wie ich schon sagte, die Meinung von arox ist höher als die von allen anderen normalen Mitgliedern und deswegen müssen wir sie nun einmal respektieren.

Du magst Vögel und Vögel sind scheiße. Damit sollte die Sache geklärt sein.
Wer sagt, dass ich Vögel mag? Ich mag Nordische mythologie und Hugin
 
Entschuldigung, wieso kommen keine Wikipedia-Einträge mehr?
 
Katzen

25px-Disambig-dark.svg.png
Dieser Artikel behandelt das zoologische Taxon der Katzen; das Heimtier „Katze“ wird im Artikel Hauskatze beschrieben.
Katzen

Leopard (Panthera pardus)

Systematik
Klasse:Säugetiere (Mammalia)
Unterklasse:Höhere Säugetiere (Eutheria)
Überordnung:Laurasiatheria
Ordnung:Raubtiere (Carnivora)
Überfamilie:Katzenartige (Feloidea)
Familie:Katzen
Wissenschaftlicher Name
Felidae
Fischer 1817
Die Katzen (Felidae) sind eine Familie aus der Ordnung der Raubtiere (Carnivora) innerhalb der Überfamilie der Katzenartigen (Feloidea). Sie sind auf allen Kontinenten außer Ozeanien und Antarktika verbreitet und nahezu ausschließlich Fleischfresser. Traditionell werden sie in Großkatzen (wie Löwe, Tiger, Leopard) und Kleinkatzen (wie Wildkatze, Luchs, Ozelot) unterteilt, doch spiegelt dies wohl nicht die tatsächlichen Verwandtschaftsverhältnisse innerhalb der Familie wider. Mit der von der Wildkatze abstammenden Hauskatze wurde ein Vertreter der Familie durch Domestikation zu einem Begleiter des Menschen.



Inhaltsverzeichnis


Merkmale
Körperbau

Der Körperbau des Geparden lässt Rückschlüsse auf seine Jagdweise zu.
Im Erscheinungsbild und im Verhalten ähneln die meisten Katzenarten der weitverbreiteten Hauskatze. Sie haben geschmeidige Körper, ein weiches Fell, kurze Gesichter und relativ kleine Schädel. Am stärksten weicht hiervon der Gepard mit seinem eher hundeähnlichen Körper ab. Alle Katzen besitzen einen Schwanz, der ihnen beim Halten des Gleichgewichts behilflich ist und auch zur innerartlichen Kommunikation benötigt wird. Bei einigen Katzenarten wie z. B. dem Luchs ist der Schwanz allerdings stark verkürzt. Im Gegensatz zu dem relativ einheitlichen Körperbau variiert das Größenspektrum der Katzenarten erheblich. Es reicht von etwa 30 cm Kopfrumpflänge bei der Schwarzfußkatze Südafrikas bis zu über 200 cm bei Arten der Gattung Panthera.

Augen
Die Augen der Katzen sind im Verhältnis zum Schädel relativ groß. Die Pupillen der Katzenaugen sind in ihrer Öffnungsgröße stark veränderbar, bei hellem Umgebungslicht sind die Pupillen bei Kleinkatzen senkrecht schlitzförmig, bei anderen Katzenarten klein und rund, bei Dunkelheit sind die Pupillen extrem weit geöffnet. Einige Katzen besitzen multifokale Linsen, die eine höhere Sehschärfe, insbesondere bei weit geöffneten Pupillen, ermöglichen. Hauskatzen besitzen solche Linsen (und die entsprechenden schlitzförmigen Pupillen). Andere Katzen, beispielsweise Sibirische Tiger, haben „gewöhnliche“ monofokale Linsen.[1]

Katzen verfügen über eine reflektierende Schicht Tapetum lucidum hinter der Netzhaut im Auge, die jene Lichtanteile, die die Netzhaut durchdrungen haben, zurückspiegelt, so dass diese noch ein zweites Mal auf die Netzhaut treffen. Diese Schicht bewirkt neben einer verbesserten Dämmerungssicht auch eine Reflexion des auffallenden Lichts auf die Augen in der Dunkelheit (vergleiche auch Katzenauge als umgangssprachliche Bezeichnung für Reflektoren). Das Stäbchen/Zapfenverhältnis der Netzhautrezeptoren liegt bei etwa 63 zu 1 (beim Menschen liegt das Verhältnis bei 20 zu 1), variiert jedoch sehr stark zwischen dem Zentrum der Netzhaut (10 zu 1) und der Peripherie (200 zu 1). Katzen sehen daher auch bei wenig vorhandenem Umgebungslicht (Dämmerung, Nacht) noch sehr gut. Farben werden von Katzen nur eingeschränkt wahrgenommen, völlig farbenblind sind sie jedoch nicht. Da die Katze ihre Augen kaum nach links oder rechts bewegen kann, muss sie, um in eine andere Richtung sehen zu können, ihren Kopf bewegen. Durch die nach vorne gerichteten Augen ergibt sich eine starke Überschneidung der Sehachsen, was ein besseres räumliches Sehvermögen bedeutet. Der Sichtwinkel der Katze beträgt 200 bis 220°.

Ohren

Ohrmuschel einerHauskatze mit dem Tragusund Antitragus (Tasche zum Richtungshören)
Die Ohren der Katzen stehen aufrecht, sind spitz bis rundlich und können in verschiedene Richtungen gedreht werden. Sie verfügen über ein ausgezeichnetes Gehör. Der Frequenzbereich geht hierbei bis etwa 65.000 Hz, was den des Menschen um mehr als das Dreifache übersteigt. Die Ohren einer Katze lassen sich unabhängig voneinander in einem weiten Radius drehen, wodurch es ihr möglich ist, Beutetiere akustisch zu lokalisieren und selbst bei Dunkelheit durch einen gezielten Sprung zu fangen. Die Ohrmuscheln sind mit Ohrhaaren besetzt, um das Eindringen von Fremdkörpern zu verhindern.

Die Stimmung der Katze lässt sich auch an den Ohren ablesen: Angelegte Ohren bedeuten Verteidigungsbereitschaft, aufrecht und neugierig nach vorne gewendet bedeutet, dass sie sich für ihre Umgebung interessiert und diese genauer beobachtet.

Zunge und Geschmackssinn

Zunge einer Hauskatze
Die Geschmackserkennung ist nötig, um verdorbene oder ungenießbare Nahrung zu erkennen und muss bei Katzen präzise und schnell erfolgen, da diese ihre Nahrung nicht kauen. Die Zunge ist rau, da diese mit Papillen besetzt ist. Die zentralen Papillen sind mit Dornen besetzt, die zum Körper hin zeigen. Diese Dornen dienen zum Kämmen des Felles oder zum Abschaben des Fleisches von Knochen. Die vorderen Papillen dienen der eigentlichen Geschmackswahrnehmung. Dies betrifft vor allem sauer, salzig, bitter und umami. Katzen können süß nicht schmecken: den Tieren fehlen Teile des Gens, welches die Informationen für eine Hälfte des Erkennungsproteins für „süß“ trägt. Die Folge ist ein funktionsunfähiger Rezeptor in den Geschmacksknospen der Katzenzunge.

Geruchssinn
Nur selten folgen Katzen riechend einer Spur. Ihr Geruchssinn ist weniger ausgeprägt als beispielsweise bei Hunden oder Bären.

Tasthaare
Die Tasthaare (zool. Vibrissen) kennzeichnen die Katze als vorwiegend nachtaktives Tier. Katzen verfügen über Tasthaare insbesondere an der Schnauze, jedoch auch über den Augen und an den unteren Vorderläufen. Die Vibrissen werden durch Luftbewegungen in Vibrationen versetzt, die über Sinneszellen an den Tasthaarwurzeln in ein räumliches Bild der Umgebung umgesetzt werden – Katzen „sehen“ dadurch zumindest grobe räumliche Strukturen ihrer direkten Umgebung auch in völliger Dunkelheit. Die Vibrissen sind bereits bei Neugeborenen vollständig ausgebildet, was die Wichtigkeit des Tastsinnes deutlich macht.

Gebiss

Gebiss einer Großkatze
Ober- und Unterkiefer sind mit einem Scharniergelenk verbunden. Das Gebiss besitzt 30 (Zahnformel: OK: 3-1-3-1; UK: 3-1-2-1) Zähne und ein Diastema. Die Diastemata ermöglichen es, dass die Eckzähne (Canini) beim Schließen des Maules aneinander vorbeigleiten können. Die langen, dolchartigen Eck- oder Fangzähne dienen zum Packen, Festhalten und Töten der Beute, die Reißzähne zum Abbeißen von Fleischstücken, die ohne weitere Zerkleinerung geschluckt werden. Die Reißzähne werden durch den vergrößerten letzten Vorbackenzahn (Prämolar) und den ersten Backenzahn (Molar) gebildet. Sie weisen zackige Spitzen auf, die beim Beißen scherenartig aneinander vorbeigleiten.

Krallen

Krallen der Katze
Katzen sind Zehen- sowie Kreuzgänger und haben an den Vorderpfoten fünf und an den Hinterpfoten vier Zehen. Die Krallen der Vorderpfoten sind auch kräftiger als die der Hinterpfoten. Mit Ausnahme des Geparden, derFlachkopfkatze und der Fischkatze - diese können ihre Krallen nur zum Teil einziehen - besitzen alle Katzen „ausfahrbare“ sichelförmige Krallen aus Horn. Diese Krallen werden nur bei Gebrauch (Kampf, Beutefang, Klettern) durch Anspannen bestimmter Muskeln ausgefahren. Damit sie sich beim Laufen nicht abnutzen, sondern scharf bleiben, verbleiben sie bei Nichtgebrauch in den Hautscheiden. Das unwillkürliche Ausfahren der Krallen wird durch Sehnen im Zeheninneren verhindert.

Mit ihren scharfen Krallen können Katzen sehr gut Bäume hochklettern, aber zum Abstieg muss die Katze gelernt haben, ihre nach vorne gekrümmten Krallen als „Steighaken“ zu benutzen. Unerfahrene Katzen versuchen, mit dem Kopf voraus nach unten zu klettern, wobei sie schnell in Schwierigkeiten kommen können, in Panik geraten und in eine Schockstarre verfallen. Oftmals hilft in so einem Fall nur noch die Feuerwehr.

Aufgrund der weich gepolsterten Zehen und der zurückziehbaren Krallen können Katzen sich gut an ihre Beute heranschleichen. Der Tastsinn an den Pfoten ist sehr stark ausgeprägt, ein Grund, weswegen Katzen Gegenstände auch mit den Pfoten untersuchen.

Verbreitung
Katzen sind auf allen Kontinenten mit Ausnahme der Antarktis verbreitet. In Australien und Ozeanien sind sie jedoch lediglich durch Siedler eingeführt worden. Nördlich des 70. Breitengrades kommen keine Katzen vor.

Sozialverhalten
Die meisten Katzenarten sind Einzelgänger. Männliche und weibliche Tiere kommen lediglich zur Paarung zusammen und trennen sich anschließend wieder. Ausnahmen bilden hier insbesondere die Löwen, die in größeren Rudeln leben, sowie kleinere Gruppen zusammenlebender Männchen bei den Geparden.

Ernährung

Eine Hauskatze lauert einer Maus auf.
Anders als viele andere Raubtiere, die mehr oder weniger Allesfresser sind, ernähren sich Katzen fast ausschließlich von Fleisch. Sie sind hochspezialisierte Raubtiere, die ihrer Beute auflauern (Ansitzjäger) oder sich nahe an sie heranschleichen, um sie nach wenigen Sätzen oder einem kurzen Sprint zu überwältigen. Diese letztgenannte Jagdmethode ist in ganz besonderem Maße bei Geparden entwickelt, die auf das Erreichen sehr hoher Geschwindigkeiten (über 100 km/h) eingerichtet sind. Damit können sie ihre anvisierte Beute über eine Distanz von einigen hundert Metern verfolgen. Unzutreffend ist dagegen der Vergleich dieser Jagdmethode mit derHetzjagd rudeljagender Caniden und Tüpfelhyänen: Im Gegensatz zu Hetzjägern können Geparden ihre Beute gerade nicht durch Ausdauer erschöpfen (worin das Prinzip der Hetzjagd besteht), sondern müssen sie binnen kurzer Zeit (kaum mehr als eine Minute) durch ihre höhere Geschwindigkeit einholen.

In freier Natur bevorzugen die meisten Katzen lebend gefangene Beute und fressen nur gelegentlich Aas.

Systematik der Katzen
Man unterscheidet mindestens 37 Katzenarten, die im Körperbau alle relativ ähnlich sind und äußerlich vor allem in Färbung und Größe variieren. Lediglich der Gepard weicht diesbezüglich deutlicher von anderen Katzen ab. Der einheitliche Körperbau erschwert eine Unterteilung der Familie anhand von morphologischen Kriterien. Traditionell wurden drei lebende Unterfamilien, die Großkatzen, die Kleinkatzen und die Geparde unterschieden.[2]Eine weitere Unterfamilie, die heute ausgestorben ist, stellen die Säbelzahnkatzen dar. Zu den Säbelzahnkatzen wurden ursprünglich auch die Metailurini gerechnet, die heute oft zu den felinen Katzen zählen.


Katze

Karakal

Langschwanzkatze

Puma

Löwe

Schädel (Rekonstruktion) der Säbelzahnkatze Smilodon
Durch die Entwicklung von molekulargenetischen Methoden, mit deren Hilfe DNA-Sequenzen verglichen werden können, wurde erkannt, dass die herkömmliche Dreiteilung der Katzen nicht die tatsächlichen Verwandtschaftsverhältnisse widerspiegelt.[2] Auch wenn es an der Monophylie (alle Untergruppen entstammen einer Stammform) der Katzen kaum Zweifel gibt, ist doch die innere Systematik der Katzen immer noch umstritten. Folgende Gattungen und Arten werden zu den Katzen gezählt:[3]

Traditionelle Systematik
Verwandtschaftsverhältnisse der Katzen nach O’Brien & Johnson 2008.[5]
Katzen
Kleinkatzen
Manul (Otocolobus manul)

Altkatzen (Prionailurus)

Echte Katzen (Felis)

Gepard (Acinonyx)

Pumas (Puma)

Luchse (Lynx)

Pardelkatzen (Leopardus)

Karakal (Caracal)

Serval (Leptailurus)

Pardofelis

Großkatzen
Neofelis

Panthera

Säbelzahnkatzen (Machairodontinae)

Die traditionelle Systematik ordnete die heutigen Katzen in drei Unterfamilien: Der Gepard stand als eigene Unterfamilie Geparde (Acinonychinae) abseits; die Gattungen Panthera (Löwe, Jaguar, Leopard und Tiger) sowie der Schneeleopard und der Nebelparder bildeten die Großkatzen (Pantherinae), während die übrigen Arten als Kleinkatzen (Felinae) zusammengefasst wurden.[2] Diese Systematik beruhte auf Collier und O'Brien (A molecular phylogeny of the Felidae: immunological distance, 1985) und war lange Zeit am verbreitetsten. Als wichtiges Unterscheidungskriterium dieser Unterteilung diente einerseits die Morphologie der Krallen, die bei Geparden nicht einziehbar sind und andererseits der Aufbau des Zungenbeins, das bei den Großkatzen elastisch, bei Kleinkatzen verknöchert ist. Auf diesen Unterschied führte man die Fähigkeit zu brüllen beziehungsweise zu schnurren zurück. Einige Großkatzen (Löwe, Tiger, Leopard, Jaguar) können im Gegensatz zu den Kleinkatzen brüllen. Schnurren können alle Katzen, die Großkatzen jedoch nur beim Ausatmen, die Kleinkatzen sowohl beim Ein- wie beim Ausatmen. Mittlerweile hat sich herausgestellt, dass die Fähigkeit zu brüllen nicht vom Zungenbein abhängt, sondern mit dem Aufbau des Kehlkopfes zusammenhängt.[2]

Moderne Systematiken
Molekulargenetische Untersuchungen zeigten, dass die traditionelle Einteilung nicht den Verwandtschaftsverhältnissen entsprach. So stellte sich heraus, dass die Geparde keine eigene Unterfamilie bilden, sondern eng mit den Pumas verwandt sind und damit zu den Kleinkatzen zählen. Den Analysen zufolge unterteilen sich die rezenten Katzenarten in acht Hauptlinien, die sich vermutlich in der hier aufgelisteten Reihenfolge vom Hauptzweig abspalteten. Die erste Abspaltung, die der Großkatzen, erfolgte wahrscheinlich vor etwa 10,8 Millionen Jahren, während die jüngste, die Aufspaltung in Hauskatzen-Linie und Bengalkatzen-Linie, wohl vor etwa 6,2 Millionen Jahren stattfand.[5]

Relativ unsicher ist die Zugehörigkeit der Bergkatze zur Ozelot-Linie.

Evolution
Die Katzen stammen nach heute gängiger Meinung von den Vorfahren der Schleichkatzen oder verwandten Formen aus der Gruppe der Katzenartigen Raubtiere ab. Noch vor dem Auftreten der eigentlichen Katzen existierten die Nimraviden oder Scheinsäbelzahnkatzen, die sehr an Katzen erinnern, heute aber in eine eigene Familie (Nimravidae) gestellt werden. Sie gelten als Schwestergruppe der Felidae und nicht als deren Vorfahren. Die ältesten Fossilfunde von Katzen sind etwa 30 Millionen Jahre alt und stammen aus dem Oligozän von Europa, als mit Proailurus der erste bekannte Vertreter der Felidae erschien. Er war etwas größer als eine Hauskatze und jagte in den tropischen Wäldern.

Vor etwa 20 Millionen Jahren steht Pseudaelurus an der Spitze der Evolutionslinien der Katzen,[6] deren zwei Hauptlinien die Säbelzahnkatzen (Machairodontinae) und die Vorfahren der rezenten Katzen (Pantherinae und Felinae) waren. Die Angehörigen der Säbelzahnkatzen-Linie sind ausgestorben. Vor etwa 10.000 Jahren verschwanden die letzten Vertreter mit den Gattungen Homotherium und Smilodon. Aus der zweiten Evolutionslinie entwickelten sich die heutigen Katzen. Alle heutigen Katzenarten gehen auf einen gemeinsamen Vorfahren zurück, der vor 10 bis 15 Millionen Jahren lebte.[7]

Die ausgestorbenen Metailurini, zu denen etwa Dinofelis zählt, wurden früher zu den Säbelzahnkatzen gerechnet, zählen heute aber für gewöhnlich zu den felinen Katzen.

Bedeutung, Geschichte, Kultur
Fast alle Katzenarten sind in ihrem Bestand gefährdet. Neben dem Verlust an Lebensraum leiden die Populationen an der Bejagung für den Fellhandel oder für die Traditionelle Chinesische Medizin oder wegen Konflikten mit der Nutztierhaltung.

Die Hauskatze lebt seit mehreren tausend Jahren in der Gesellschaft des Menschen. Sie hat dort von der Mythologie über zahlreiche Redensarten (wer mit der Katze geeggt hat, weiß, wie sie zieht) bis hin zur Belletristik und den Bildenden Künsten eine Spur gezogen.

Einzelnachweise
  1. Tim Malmström and Ronald H. H. Kröger: Pupil shapes and lens optics in the eyes of terrestrial vertebrates. In: The Journal of Experimental Biology 209, S. 18-25, 2005. doi:10.1242/jeb.01959
  2. a b c d Sunquist, M. E. & Sunquist, F. C. (2009) Family Felidae (Cats). (pp. 54-168). In: Wilson, D. E., Mittermeier, R. A., (Hrsg.). Handbook of the Mammals of the World. Volume 1: Carnivores. Lynx Edicions, 2009. ISBN 978-84-96553-49-1
  3. D.E. Wilson und D.M. Reeder: Mammal Species of the World. Johns Hopkins University Press, 2005, ISBN 0-8018-8221-4
  4. W.E. Johnson, Eizirik, E., Pecon-Slattery, J., Murphy, W. J., Antunes, A., Teeling, E. and O'Brien, S. J. (2006): The Late Miocene radiation of Modern Felidae: A genetic assessment. Science January 2006: Vol. 311 no. 5757: S. 73–77 (Abstract)
  5. a b Stephen J. O’Brien, Warren E. Johnson: Der neue Stammbaum der Katzen, in Spektrum der Wissenschaft, Ausgabe 6/08, Spektrum der Wissenschaften Verlagsgesellschaft mbH, Heidelberg, S. 54 – 61
  6. A. Turner: The big cats and their fossil relatives. Columbia University Press, 1997.ISBN 0-231-10229-1
  7. Warren E. Johnson et al. (1997): Phylogenetic Reconstruction of the Felidae Using 16S rRNA and NADH-5 Mitochondrial Genes. Journal of Molecular Evolution 44 (Suppl 1): S. 98–116
 
Katzen

25px-Disambig-dark.svg.png
Dieser Artikel behandelt das zoologische Taxon der Katzen; das Heimtier „Katze“ wird im Artikel Hauskatze beschrieben.
Katzen

Leopard (Panthera pardus)

Systematik
Klasse:Säugetiere (Mammalia)
Unterklasse:Höhere Säugetiere (Eutheria)
Überordnung:Laurasiatheria
Ordnung:Raubtiere (Carnivora)
Überfamilie:Katzenartige (Feloidea)
Familie:Katzen
Wissenschaftlicher Name
Felidae
Fischer 1817
Die Katzen (Felidae) sind eine Familie aus der Ordnung der Raubtiere (Carnivora) innerhalb der Überfamilie der Katzenartigen (Feloidea). Sie sind auf allen Kontinenten außer Ozeanien und Antarktika verbreitet und nahezu ausschließlich Fleischfresser. Traditionell werden sie in Großkatzen (wie Löwe, Tiger, Leopard) und Kleinkatzen (wie Wildkatze, Luchs, Ozelot) unterteilt, doch spiegelt dies wohl nicht die tatsächlichen Verwandtschaftsverhältnisse innerhalb der Familie wider. Mit der von der Wildkatze abstammenden Hauskatze wurde ein Vertreter der Familie durch Domestikation zu einem Begleiter des Menschen.



Inhaltsverzeichnis


Merkmale[Bearbeiten]
Körperbau[Bearbeiten]

Der Körperbau des Geparden lässt Rückschlüsse auf seine Jagdweise zu.
Im Erscheinungsbild und im Verhalten ähneln die meisten Katzenarten der weitverbreiteten Hauskatze. Sie haben geschmeidige Körper, ein weiches Fell, kurze Gesichter und relativ kleine Schädel. Am stärksten weicht hiervon der Gepard mit seinem eher hundeähnlichen Körper ab. Alle Katzen besitzen einen Schwanz, der ihnen beim Halten des Gleichgewichts behilflich ist und auch zur innerartlichen Kommunikation benötigt wird. Bei einigen Katzenarten wie z. B. dem Luchs ist der Schwanz allerdings stark verkürzt. Im Gegensatz zu dem relativ einheitlichen Körperbau variiert das Größenspektrum der Katzenarten erheblich. Es reicht von etwa 30 cm Kopfrumpflänge bei der Schwarzfußkatze Südafrikas bis zu über 200 cm bei Arten der Gattung Panthera.

Augen[Bearbeiten]
Die Augen der Katzen sind im Verhältnis zum Schädel relativ groß. Die Pupillen der Katzenaugen sind in ihrer Öffnungsgröße stark veränderbar, bei hellem Umgebungslicht sind die Pupillen bei Kleinkatzen senkrecht schlitzförmig, bei anderen Katzenarten klein und rund, bei Dunkelheit sind die Pupillen extrem weit geöffnet. Einige Katzen besitzen multifokale Linsen, die eine höhere Sehschärfe, insbesondere bei weit geöffneten Pupillen, ermöglichen. Hauskatzen besitzen solche Linsen (und die entsprechenden schlitzförmigen Pupillen). Andere Katzen, beispielsweise Sibirische Tiger, haben „gewöhnliche“ monofokale Linsen.[1]

Katzen verfügen über eine reflektierende Schicht Tapetum lucidum hinter der Netzhaut im Auge, die jene Lichtanteile, die die Netzhaut durchdrungen haben, zurückspiegelt, so dass diese noch ein zweites Mal auf die Netzhaut treffen. Diese Schicht bewirkt neben einer verbesserten Dämmerungssicht auch eine Reflexion des auffallenden Lichts auf die Augen in der Dunkelheit (vergleiche auch Katzenauge als umgangssprachliche Bezeichnung für Reflektoren). Das Stäbchen/Zapfenverhältnis der Netzhautrezeptoren liegt bei etwa 63 zu 1 (beim Menschen liegt das Verhältnis bei 20 zu 1), variiert jedoch sehr stark zwischen dem Zentrum der Netzhaut (10 zu 1) und der Peripherie (200 zu 1). Katzen sehen daher auch bei wenig vorhandenem Umgebungslicht (Dämmerung, Nacht) noch sehr gut. Farben werden von Katzen nur eingeschränkt wahrgenommen, völlig farbenblind sind sie jedoch nicht. Da die Katze ihre Augen kaum nach links oder rechts bewegen kann, muss sie, um in eine andere Richtung sehen zu können, ihren Kopf bewegen. Durch die nach vorne gerichteten Augen ergibt sich eine starke Überschneidung der Sehachsen, was ein besseres räumliches Sehvermögen bedeutet. Der Sichtwinkel der Katze beträgt 200 bis 220°.

Ohren[Bearbeiten]

Ohrmuschel einerHauskatze mit dem Tragusund Antitragus (Tasche zum Richtungshören)
Die Ohren der Katzen stehen aufrecht, sind spitz bis rundlich und können in verschiedene Richtungen gedreht werden. Sie verfügen über ein ausgezeichnetes Gehör. Der Frequenzbereich geht hierbei bis etwa 65.000 Hz, was den des Menschen um mehr als das Dreifache übersteigt. Die Ohren einer Katze lassen sich unabhängig voneinander in einem weiten Radius drehen, wodurch es ihr möglich ist, Beutetiere akustisch zu lokalisieren und selbst bei Dunkelheit durch einen gezielten Sprung zu fangen. Die Ohrmuscheln sind mit Ohrhaaren besetzt, um das Eindringen von Fremdkörpern zu verhindern.

Die Stimmung der Katze lässt sich auch an den Ohren ablesen: Angelegte Ohren bedeuten Verteidigungsbereitschaft, aufrecht und neugierig nach vorne gewendet bedeutet, dass sie sich für ihre Umgebung interessiert und diese genauer beobachtet.

Zunge und Geschmackssinn[Bearbeiten]

Zunge einer Hauskatze
Die Geschmackserkennung ist nötig, um verdorbene oder ungenießbare Nahrung zu erkennen und muss bei Katzen präzise und schnell erfolgen, da diese ihre Nahrung nicht kauen. Die Zunge ist rau, da diese mit Papillen besetzt ist. Die zentralen Papillen sind mit Dornen besetzt, die zum Körper hin zeigen. Diese Dornen dienen zum Kämmen des Felles oder zum Abschaben des Fleisches von Knochen. Die vorderen Papillen dienen der eigentlichen Geschmackswahrnehmung. Dies betrifft vor allem sauer, salzig, bitter und umami. Katzen können süß nicht schmecken: den Tieren fehlen Teile des Gens, welches die Informationen für eine Hälfte des Erkennungsproteins für „süß“ trägt. Die Folge ist ein funktionsunfähiger Rezeptor in den Geschmacksknospen der Katzenzunge.

Geruchssinn[Bearbeiten]
Nur selten folgen Katzen riechend einer Spur. Ihr Geruchssinn ist weniger ausgeprägt als beispielsweise bei Hunden oder Bären.

Tasthaare[Bearbeiten]
Die Tasthaare (zool. Vibrissen) kennzeichnen die Katze als vorwiegend nachtaktives Tier. Katzen verfügen über Tasthaare insbesondere an der Schnauze, jedoch auch über den Augen und an den unteren Vorderläufen. Die Vibrissen werden durch Luftbewegungen in Vibrationen versetzt, die über Sinneszellen an den Tasthaarwurzeln in ein räumliches Bild der Umgebung umgesetzt werden – Katzen „sehen“ dadurch zumindest grobe räumliche Strukturen ihrer direkten Umgebung auch in völliger Dunkelheit. Die Vibrissen sind bereits bei Neugeborenen vollständig ausgebildet, was die Wichtigkeit des Tastsinnes deutlich macht.

Gebiss[Bearbeiten]

Gebiss einer Großkatze
Ober- und Unterkiefer sind mit einem Scharniergelenk verbunden. Das Gebiss besitzt 30 (Zahnformel: OK: 3-1-3-1; UK: 3-1-2-1) Zähne und ein Diastema. Die Diastemata ermöglichen es, dass die Eckzähne (Canini) beim Schließen des Maules aneinander vorbeigleiten können. Die langen, dolchartigen Eck- oder Fangzähne dienen zum Packen, Festhalten und Töten der Beute, die Reißzähne zum Abbeißen von Fleischstücken, die ohne weitere Zerkleinerung geschluckt werden. Die Reißzähne werden durch den vergrößerten letzten Vorbackenzahn (Prämolar) und den ersten Backenzahn (Molar) gebildet. Sie weisen zackige Spitzen auf, die beim Beißen scherenartig aneinander vorbeigleiten.

Krallen[Bearbeiten]

Krallen der Katze
Katzen sind Zehen- sowie Kreuzgänger und haben an den Vorderpfoten fünf und an den Hinterpfoten vier Zehen. Die Krallen der Vorderpfoten sind auch kräftiger als die der Hinterpfoten. Mit Ausnahme des Geparden, derFlachkopfkatze und der Fischkatze - diese können ihre Krallen nur zum Teil einziehen - besitzen alle Katzen „ausfahrbare“ sichelförmige Krallen aus Horn. Diese Krallen werden nur bei Gebrauch (Kampf, Beutefang, Klettern) durch Anspannen bestimmter Muskeln ausgefahren. Damit sie sich beim Laufen nicht abnutzen, sondern scharf bleiben, verbleiben sie bei Nichtgebrauch in den Hautscheiden. Das unwillkürliche Ausfahren der Krallen wird durch Sehnen im Zeheninneren verhindert.

Mit ihren scharfen Krallen können Katzen sehr gut Bäume hochklettern, aber zum Abstieg muss die Katze gelernt haben, ihre nach vorne gekrümmten Krallen als „Steighaken“ zu benutzen. Unerfahrene Katzen versuchen, mit dem Kopf voraus nach unten zu klettern, wobei sie schnell in Schwierigkeiten kommen können, in Panik geraten und in eine Schockstarre verfallen. Oftmals hilft in so einem Fall nur noch die Feuerwehr.

Aufgrund der weich gepolsterten Zehen und der zurückziehbaren Krallen können Katzen sich gut an ihre Beute heranschleichen. Der Tastsinn an den Pfoten ist sehr stark ausgeprägt, ein Grund, weswegen Katzen Gegenstände auch mit den Pfoten untersuchen.

Verbreitung[Bearbeiten]
Katzen sind auf allen Kontinenten mit Ausnahme der Antarktis verbreitet. In Australien und Ozeanien sind sie jedoch lediglich durch Siedler eingeführt worden. Nördlich des 70. Breitengrades kommen keine Katzen vor.

Sozialverhalten[Bearbeiten]
Die meisten Katzenarten sind Einzelgänger. Männliche und weibliche Tiere kommen lediglich zur Paarung zusammen und trennen sich anschließend wieder. Ausnahmen bilden hier insbesondere die Löwen, die in größeren Rudeln leben, sowie kleinere Gruppen zusammenlebender Männchen bei den Geparden.

Ernährung[Bearbeiten]

Eine Hauskatze lauert einer Maus auf.
Anders als viele andere Raubtiere, die mehr oder weniger Allesfresser sind, ernähren sich Katzen fast ausschließlich von Fleisch. Sie sind hochspezialisierte Raubtiere, die ihrer Beute auflauern (Ansitzjäger) oder sich nahe an sie heranschleichen, um sie nach wenigen Sätzen oder einem kurzen Sprint zu überwältigen. Diese letztgenannte Jagdmethode ist in ganz besonderem Maße bei Geparden entwickelt, die auf das Erreichen sehr hoher Geschwindigkeiten (über 100 km/h) eingerichtet sind. Damit können sie ihre anvisierte Beute über eine Distanz von einigen hundert Metern verfolgen. Unzutreffend ist dagegen der Vergleich dieser Jagdmethode mit derHetzjagd rudeljagender Caniden und Tüpfelhyänen: Im Gegensatz zu Hetzjägern können Geparden ihre Beute gerade nicht durch Ausdauer erschöpfen (worin das Prinzip der Hetzjagd besteht), sondern müssen sie binnen kurzer Zeit (kaum mehr als eine Minute) durch ihre höhere Geschwindigkeit einholen.

In freier Natur bevorzugen die meisten Katzen lebend gefangene Beute und fressen nur gelegentlich Aas.

Systematik der Katzen[Bearbeiten]
Man unterscheidet mindestens 37 Katzenarten, die im Körperbau alle relativ ähnlich sind und äußerlich vor allem in Färbung und Größe variieren. Lediglich der Gepard weicht diesbezüglich deutlicher von anderen Katzen ab. Der einheitliche Körperbau erschwert eine Unterteilung der Familie anhand von morphologischen Kriterien. Traditionell wurden drei lebende Unterfamilien, die Großkatzen, die Kleinkatzen und die Geparde unterschieden.[2]Eine weitere Unterfamilie, die heute ausgestorben ist, stellen die Säbelzahnkatzen dar. Zu den Säbelzahnkatzen wurden ursprünglich auch die Metailurini gerechnet, die heute oft zu den felinen Katzen zählen.


Katze

Karakal

Langschwanzkatze

Puma

Löwe

Schädel (Rekonstruktion) der Säbelzahnkatze Smilodon
Durch die Entwicklung von molekulargenetischen Methoden, mit deren Hilfe DNA-Sequenzen verglichen werden können, wurde erkannt, dass die herkömmliche Dreiteilung der Katzen nicht die tatsächlichen Verwandtschaftsverhältnisse widerspiegelt.[2] Auch wenn es an der Monophylie (alle Untergruppen entstammen einer Stammform) der Katzen kaum Zweifel gibt, ist doch die innere Systematik der Katzen immer noch umstritten. Folgende Gattungen und Arten werden zu den Katzen gezählt:[3]

Traditionelle Systematik[Bearbeiten]
Verwandtschaftsverhältnisse der Katzen nach O’Brien & Johnson 2008.[5]
Katzen
Kleinkatzen
Manul (Otocolobus manul)

Altkatzen (Prionailurus)

Echte Katzen (Felis)

Gepard (Acinonyx)

Pumas (Puma)

Luchse (Lynx)

Pardelkatzen (Leopardus)

Karakal (Caracal)

Serval (Leptailurus)

Pardofelis

Großkatzen
Neofelis

Panthera

Säbelzahnkatzen (Machairodontinae)

Die traditionelle Systematik ordnete die heutigen Katzen in drei Unterfamilien: Der Gepard stand als eigene Unterfamilie Geparde (Acinonychinae) abseits; die Gattungen Panthera (Löwe, Jaguar, Leopard und Tiger) sowie der Schneeleopard und der Nebelparder bildeten die Großkatzen (Pantherinae), während die übrigen Arten als Kleinkatzen (Felinae) zusammengefasst wurden.[2] Diese Systematik beruhte auf Collier und O'Brien (A molecular phylogeny of the Felidae: immunological distance, 1985) und war lange Zeit am verbreitetsten. Als wichtiges Unterscheidungskriterium dieser Unterteilung diente einerseits die Morphologie der Krallen, die bei Geparden nicht einziehbar sind und andererseits der Aufbau des Zungenbeins, das bei den Großkatzen elastisch, bei Kleinkatzen verknöchert ist. Auf diesen Unterschied führte man die Fähigkeit zu brüllen beziehungsweise zu schnurren zurück. Einige Großkatzen (Löwe, Tiger, Leopard, Jaguar) können im Gegensatz zu den Kleinkatzen brüllen. Schnurren können alle Katzen, die Großkatzen jedoch nur beim Ausatmen, die Kleinkatzen sowohl beim Ein- wie beim Ausatmen. Mittlerweile hat sich herausgestellt, dass die Fähigkeit zu brüllen nicht vom Zungenbein abhängt, sondern mit dem Aufbau des Kehlkopfes zusammenhängt.[2]

Moderne Systematiken[Bearbeiten]
Molekulargenetische Untersuchungen zeigten, dass die traditionelle Einteilung nicht den Verwandtschaftsverhältnissen entsprach. So stellte sich heraus, dass die Geparde keine eigene Unterfamilie bilden, sondern eng mit den Pumas verwandt sind und damit zu den Kleinkatzen zählen. Den Analysen zufolge unterteilen sich die rezenten Katzenarten in acht Hauptlinien, die sich vermutlich in der hier aufgelisteten Reihenfolge vom Hauptzweig abspalteten. Die erste Abspaltung, die der Großkatzen, erfolgte wahrscheinlich vor etwa 10,8 Millionen Jahren, während die jüngste, die Aufspaltung in Hauskatzen-Linie und Bengalkatzen-Linie, wohl vor etwa 6,2 Millionen Jahren stattfand.[5]

Relativ unsicher ist die Zugehörigkeit der Bergkatze zur Ozelot-Linie.

Evolution[Bearbeiten]
Die Katzen stammen nach heute gängiger Meinung von den Vorfahren der Schleichkatzen oder verwandten Formen aus der Gruppe der Katzenartigen Raubtiere ab. Noch vor dem Auftreten der eigentlichen Katzen existierten die Nimraviden oder Scheinsäbelzahnkatzen, die sehr an Katzen erinnern, heute aber in eine eigene Familie (Nimravidae) gestellt werden. Sie gelten als Schwestergruppe der Felidae und nicht als deren Vorfahren. Die ältesten Fossilfunde von Katzen sind etwa 30 Millionen Jahre alt und stammen aus dem Oligozän von Europa, als mit Proailurus der erste bekannte Vertreter der Felidae erschien. Er war etwas größer als eine Hauskatze und jagte in den tropischen Wäldern.

Vor etwa 20 Millionen Jahren steht Pseudaelurus an der Spitze der Evolutionslinien der Katzen,[6] deren zwei Hauptlinien die Säbelzahnkatzen (Machairodontinae) und die Vorfahren der rezenten Katzen (Pantherinae und Felinae) waren. Die Angehörigen der Säbelzahnkatzen-Linie sind ausgestorben. Vor etwa 10.000 Jahren verschwanden die letzten Vertreter mit den Gattungen Homotherium und Smilodon. Aus der zweiten Evolutionslinie entwickelten sich die heutigen Katzen. Alle heutigen Katzenarten gehen auf einen gemeinsamen Vorfahren zurück, der vor 10 bis 15 Millionen Jahren lebte.[7]

Die ausgestorbenen Metailurini, zu denen etwa Dinofelis zählt, wurden früher zu den Säbelzahnkatzen gerechnet, zählen heute aber für gewöhnlich zu den felinen Katzen.

Bedeutung, Geschichte, Kultur[Bearbeiten]
Fast alle Katzenarten sind in ihrem Bestand gefährdet. Neben dem Verlust an Lebensraum leiden die Populationen an der Bejagung für den Fellhandel oder für die Traditionelle Chinesische Medizin oder wegen Konflikten mit der Nutztierhaltung.

Die Hauskatze lebt seit mehreren tausend Jahren in der Gesellschaft des Menschen. Sie hat dort von der Mythologie über zahlreiche Redensarten (wer mit der Katze geeggt hat, weiß, wie sie zieht) bis hin zur Belletristik und den Bildenden Künsten eine Spur gezogen.

Einzelnachweise[Bearbeiten]
  1. Tim Malmström and Ronald H. H. Kröger: Pupil shapes and lens optics in the eyes of terrestrial vertebrates. In: The Journal of Experimental Biology 209, S. 18-25, 2005. doi:10.1242/jeb.01959
  2. a b c d Sunquist, M. E. & Sunquist, F. C. (2009) Family Felidae (Cats). (pp. 54-168). In: Wilson, D. E., Mittermeier, R. A., (Hrsg.). Handbook of the Mammals of the World. Volume 1: Carnivores. Lynx Edicions, 2009. ISBN 978-84-96553-49-1
  3. D.E. Wilson und D.M. Reeder: Mammal Species of the World. Johns Hopkins University Press, 2005, ISBN 0-8018-8221-4
  4. W.E. Johnson, Eizirik, E., Pecon-Slattery, J., Murphy, W. J., Antunes, A., Teeling, E. and O'Brien, S. J. (2006): The Late Miocene radiation of Modern Felidae: A genetic assessment. Science January 2006: Vol. 311 no. 5757: S. 73–77 (Abstract)
  5. a b Stephen J. O’Brien, Warren E. Johnson: Der neue Stammbaum der Katzen, in Spektrum der Wissenschaft, Ausgabe 6/08, Spektrum der Wissenschaften Verlagsgesellschaft mbH, Heidelberg, S. 54 – 61
  6. A. Turner: The big cats and their fossil relatives. Columbia University Press, 1997.ISBN 0-231-10229-1
  7. Warren E. Johnson et al. (1997): Phylogenetic Reconstruction of the Felidae Using 16S rRNA and NADH-5 Mitochondrial Genes. Journal of Molecular Evolution 44 (Suppl 1): S. 98–116
LANGWEILIG...
 
Katzen

25px-Disambig-dark.svg.png
Dieser Artikel behandelt das zoologische Taxon der Katzen; das Heimtier „Katze“ wird im Artikel Hauskatze beschrieben.
Katzen

Leopard (Panthera pardus)

Systematik
Klasse:Säugetiere (Mammalia)
Unterklasse:Höhere Säugetiere (Eutheria)
Überordnung:Laurasiatheria
Ordnung:Raubtiere (Carnivora)
Überfamilie:Katzenartige (Feloidea)
Familie:Katzen
Wissenschaftlicher Name
Felidae
Fischer 1817
Die Katzen (Felidae) sind eine Familie aus der Ordnung der Raubtiere (Carnivora) innerhalb der Überfamilie der Katzenartigen (Feloidea). Sie sind auf allen Kontinenten außer Ozeanien und Antarktika verbreitet und nahezu ausschließlich Fleischfresser. Traditionell werden sie in Großkatzen (wie Löwe, Tiger, Leopard) und Kleinkatzen (wie Wildkatze, Luchs, Ozelot) unterteilt, doch spiegelt dies wohl nicht die tatsächlichen Verwandtschaftsverhältnisse innerhalb der Familie wider. Mit der von der Wildkatze abstammenden Hauskatze wurde ein Vertreter der Familie durch Domestikation zu einem Begleiter des Menschen.



Inhaltsverzeichnis


Merkmale[Bearbeiten]
Körperbau[Bearbeiten]

Der Körperbau des Geparden lässt Rückschlüsse auf seine Jagdweise zu.
Im Erscheinungsbild und im Verhalten ähneln die meisten Katzenarten der weitverbreiteten Hauskatze. Sie haben geschmeidige Körper, ein weiches Fell, kurze Gesichter und relativ kleine Schädel. Am stärksten weicht hiervon der Gepard mit seinem eher hundeähnlichen Körper ab. Alle Katzen besitzen einen Schwanz, der ihnen beim Halten des Gleichgewichts behilflich ist und auch zur innerartlichen Kommunikation benötigt wird. Bei einigen Katzenarten wie z. B. dem Luchs ist der Schwanz allerdings stark verkürzt. Im Gegensatz zu dem relativ einheitlichen Körperbau variiert das Größenspektrum der Katzenarten erheblich. Es reicht von etwa 30 cm Kopfrumpflänge bei der Schwarzfußkatze Südafrikas bis zu über 200 cm bei Arten der Gattung Panthera.

Augen[Bearbeiten]
Die Augen der Katzen sind im Verhältnis zum Schädel relativ groß. Die Pupillen der Katzenaugen sind in ihrer Öffnungsgröße stark veränderbar, bei hellem Umgebungslicht sind die Pupillen bei Kleinkatzen senkrecht schlitzförmig, bei anderen Katzenarten klein und rund, bei Dunkelheit sind die Pupillen extrem weit geöffnet. Einige Katzen besitzen multifokale Linsen, die eine höhere Sehschärfe, insbesondere bei weit geöffneten Pupillen, ermöglichen. Hauskatzen besitzen solche Linsen (und die entsprechenden schlitzförmigen Pupillen). Andere Katzen, beispielsweise Sibirische Tiger, haben „gewöhnliche“ monofokale Linsen.[1]

Katzen verfügen über eine reflektierende Schicht Tapetum lucidum hinter der Netzhaut im Auge, die jene Lichtanteile, die die Netzhaut durchdrungen haben, zurückspiegelt, so dass diese noch ein zweites Mal auf die Netzhaut treffen. Diese Schicht bewirkt neben einer verbesserten Dämmerungssicht auch eine Reflexion des auffallenden Lichts auf die Augen in der Dunkelheit (vergleiche auch Katzenauge als umgangssprachliche Bezeichnung für Reflektoren). Das Stäbchen/Zapfenverhältnis der Netzhautrezeptoren liegt bei etwa 63 zu 1 (beim Menschen liegt das Verhältnis bei 20 zu 1), variiert jedoch sehr stark zwischen dem Zentrum der Netzhaut (10 zu 1) und der Peripherie (200 zu 1). Katzen sehen daher auch bei wenig vorhandenem Umgebungslicht (Dämmerung, Nacht) noch sehr gut. Farben werden von Katzen nur eingeschränkt wahrgenommen, völlig farbenblind sind sie jedoch nicht. Da die Katze ihre Augen kaum nach links oder rechts bewegen kann, muss sie, um in eine andere Richtung sehen zu können, ihren Kopf bewegen. Durch die nach vorne gerichteten Augen ergibt sich eine starke Überschneidung der Sehachsen, was ein besseres räumliches Sehvermögen bedeutet. Der Sichtwinkel der Katze beträgt 200 bis 220°.

Ohren[Bearbeiten]

Ohrmuschel einerHauskatze mit dem Tragusund Antitragus (Tasche zum Richtungshören)
Die Ohren der Katzen stehen aufrecht, sind spitz bis rundlich und können in verschiedene Richtungen gedreht werden. Sie verfügen über ein ausgezeichnetes Gehör. Der Frequenzbereich geht hierbei bis etwa 65.000 Hz, was den des Menschen um mehr als das Dreifache übersteigt. Die Ohren einer Katze lassen sich unabhängig voneinander in einem weiten Radius drehen, wodurch es ihr möglich ist, Beutetiere akustisch zu lokalisieren und selbst bei Dunkelheit durch einen gezielten Sprung zu fangen. Die Ohrmuscheln sind mit Ohrhaaren besetzt, um das Eindringen von Fremdkörpern zu verhindern.

Die Stimmung der Katze lässt sich auch an den Ohren ablesen: Angelegte Ohren bedeuten Verteidigungsbereitschaft, aufrecht und neugierig nach vorne gewendet bedeutet, dass sie sich für ihre Umgebung interessiert und diese genauer beobachtet.

Zunge und Geschmackssinn[Bearbeiten]

Zunge einer Hauskatze
Die Geschmackserkennung ist nötig, um verdorbene oder ungenießbare Nahrung zu erkennen und muss bei Katzen präzise und schnell erfolgen, da diese ihre Nahrung nicht kauen. Die Zunge ist rau, da diese mit Papillen besetzt ist. Die zentralen Papillen sind mit Dornen besetzt, die zum Körper hin zeigen. Diese Dornen dienen zum Kämmen des Felles oder zum Abschaben des Fleisches von Knochen. Die vorderen Papillen dienen der eigentlichen Geschmackswahrnehmung. Dies betrifft vor allem sauer, salzig, bitter und umami. Katzen können süß nicht schmecken: den Tieren fehlen Teile des Gens, welches die Informationen für eine Hälfte des Erkennungsproteins für „süß“ trägt. Die Folge ist ein funktionsunfähiger Rezeptor in den Geschmacksknospen der Katzenzunge.

Geruchssinn[Bearbeiten]
Nur selten folgen Katzen riechend einer Spur. Ihr Geruchssinn ist weniger ausgeprägt als beispielsweise bei Hunden oder Bären.

Tasthaare[Bearbeiten]
Die Tasthaare (zool. Vibrissen) kennzeichnen die Katze als vorwiegend nachtaktives Tier. Katzen verfügen über Tasthaare insbesondere an der Schnauze, jedoch auch über den Augen und an den unteren Vorderläufen. Die Vibrissen werden durch Luftbewegungen in Vibrationen versetzt, die über Sinneszellen an den Tasthaarwurzeln in ein räumliches Bild der Umgebung umgesetzt werden – Katzen „sehen“ dadurch zumindest grobe räumliche Strukturen ihrer direkten Umgebung auch in völliger Dunkelheit. Die Vibrissen sind bereits bei Neugeborenen vollständig ausgebildet, was die Wichtigkeit des Tastsinnes deutlich macht.

Gebiss[Bearbeiten]

Gebiss einer Großkatze
Ober- und Unterkiefer sind mit einem Scharniergelenk verbunden. Das Gebiss besitzt 30 (Zahnformel: OK: 3-1-3-1; UK: 3-1-2-1) Zähne und ein Diastema. Die Diastemata ermöglichen es, dass die Eckzähne (Canini) beim Schließen des Maules aneinander vorbeigleiten können. Die langen, dolchartigen Eck- oder Fangzähne dienen zum Packen, Festhalten und Töten der Beute, die Reißzähne zum Abbeißen von Fleischstücken, die ohne weitere Zerkleinerung geschluckt werden. Die Reißzähne werden durch den vergrößerten letzten Vorbackenzahn (Prämolar) und den ersten Backenzahn (Molar) gebildet. Sie weisen zackige Spitzen auf, die beim Beißen scherenartig aneinander vorbeigleiten.

Krallen[Bearbeiten]

Krallen der Katze
Katzen sind Zehen- sowie Kreuzgänger und haben an den Vorderpfoten fünf und an den Hinterpfoten vier Zehen. Die Krallen der Vorderpfoten sind auch kräftiger als die der Hinterpfoten. Mit Ausnahme des Geparden, derFlachkopfkatze und der Fischkatze - diese können ihre Krallen nur zum Teil einziehen - besitzen alle Katzen „ausfahrbare“ sichelförmige Krallen aus Horn. Diese Krallen werden nur bei Gebrauch (Kampf, Beutefang, Klettern) durch Anspannen bestimmter Muskeln ausgefahren. Damit sie sich beim Laufen nicht abnutzen, sondern scharf bleiben, verbleiben sie bei Nichtgebrauch in den Hautscheiden. Das unwillkürliche Ausfahren der Krallen wird durch Sehnen im Zeheninneren verhindert.

Mit ihren scharfen Krallen können Katzen sehr gut Bäume hochklettern, aber zum Abstieg muss die Katze gelernt haben, ihre nach vorne gekrümmten Krallen als „Steighaken“ zu benutzen. Unerfahrene Katzen versuchen, mit dem Kopf voraus nach unten zu klettern, wobei sie schnell in Schwierigkeiten kommen können, in Panik geraten und in eine Schockstarre verfallen. Oftmals hilft in so einem Fall nur noch die Feuerwehr.

Aufgrund der weich gepolsterten Zehen und der zurückziehbaren Krallen können Katzen sich gut an ihre Beute heranschleichen. Der Tastsinn an den Pfoten ist sehr stark ausgeprägt, ein Grund, weswegen Katzen Gegenstände auch mit den Pfoten untersuchen.

Verbreitung[Bearbeiten]
Katzen sind auf allen Kontinenten mit Ausnahme der Antarktis verbreitet. In Australien und Ozeanien sind sie jedoch lediglich durch Siedler eingeführt worden. Nördlich des 70. Breitengrades kommen keine Katzen vor.

Sozialverhalten[Bearbeiten]
Die meisten Katzenarten sind Einzelgänger. Männliche und weibliche Tiere kommen lediglich zur Paarung zusammen und trennen sich anschließend wieder. Ausnahmen bilden hier insbesondere die Löwen, die in größeren Rudeln leben, sowie kleinere Gruppen zusammenlebender Männchen bei den Geparden.

Ernährung[Bearbeiten]

Eine Hauskatze lauert einer Maus auf.
Anders als viele andere Raubtiere, die mehr oder weniger Allesfresser sind, ernähren sich Katzen fast ausschließlich von Fleisch. Sie sind hochspezialisierte Raubtiere, die ihrer Beute auflauern (Ansitzjäger) oder sich nahe an sie heranschleichen, um sie nach wenigen Sätzen oder einem kurzen Sprint zu überwältigen. Diese letztgenannte Jagdmethode ist in ganz besonderem Maße bei Geparden entwickelt, die auf das Erreichen sehr hoher Geschwindigkeiten (über 100 km/h) eingerichtet sind. Damit können sie ihre anvisierte Beute über eine Distanz von einigen hundert Metern verfolgen. Unzutreffend ist dagegen der Vergleich dieser Jagdmethode mit derHetzjagd rudeljagender Caniden und Tüpfelhyänen: Im Gegensatz zu Hetzjägern können Geparden ihre Beute gerade nicht durch Ausdauer erschöpfen (worin das Prinzip der Hetzjagd besteht), sondern müssen sie binnen kurzer Zeit (kaum mehr als eine Minute) durch ihre höhere Geschwindigkeit einholen.

In freier Natur bevorzugen die meisten Katzen lebend gefangene Beute und fressen nur gelegentlich Aas.

Systematik der Katzen[Bearbeiten]
Man unterscheidet mindestens 37 Katzenarten, die im Körperbau alle relativ ähnlich sind und äußerlich vor allem in Färbung und Größe variieren. Lediglich der Gepard weicht diesbezüglich deutlicher von anderen Katzen ab. Der einheitliche Körperbau erschwert eine Unterteilung der Familie anhand von morphologischen Kriterien. Traditionell wurden drei lebende Unterfamilien, die Großkatzen, die Kleinkatzen und die Geparde unterschieden.[2]Eine weitere Unterfamilie, die heute ausgestorben ist, stellen die Säbelzahnkatzen dar. Zu den Säbelzahnkatzen wurden ursprünglich auch die Metailurini gerechnet, die heute oft zu den felinen Katzen zählen.


Katze

Karakal

Langschwanzkatze

Puma

Löwe

Schädel (Rekonstruktion) der Säbelzahnkatze Smilodon
Durch die Entwicklung von molekulargenetischen Methoden, mit deren Hilfe DNA-Sequenzen verglichen werden können, wurde erkannt, dass die herkömmliche Dreiteilung der Katzen nicht die tatsächlichen Verwandtschaftsverhältnisse widerspiegelt.[2] Auch wenn es an der Monophylie (alle Untergruppen entstammen einer Stammform) der Katzen kaum Zweifel gibt, ist doch die innere Systematik der Katzen immer noch umstritten. Folgende Gattungen und Arten werden zu den Katzen gezählt:[3]

Traditionelle Systematik[Bearbeiten]
Verwandtschaftsverhältnisse der Katzen nach O’Brien & Johnson 2008.[5]
Katzen
Kleinkatzen
Manul (Otocolobus manul)

Altkatzen (Prionailurus)

Echte Katzen (Felis)

Gepard (Acinonyx)

Pumas (Puma)

Luchse (Lynx)

Pardelkatzen (Leopardus)

Karakal (Caracal)

Serval (Leptailurus)

Pardofelis

Großkatzen
Neofelis

Panthera

Säbelzahnkatzen (Machairodontinae)

Die traditionelle Systematik ordnete die heutigen Katzen in drei Unterfamilien: Der Gepard stand als eigene Unterfamilie Geparde (Acinonychinae) abseits; die Gattungen Panthera (Löwe, Jaguar, Leopard und Tiger) sowie der Schneeleopard und der Nebelparder bildeten die Großkatzen (Pantherinae), während die übrigen Arten als Kleinkatzen (Felinae) zusammengefasst wurden.[2] Diese Systematik beruhte auf Collier und O'Brien (A molecular phylogeny of the Felidae: immunological distance, 1985) und war lange Zeit am verbreitetsten. Als wichtiges Unterscheidungskriterium dieser Unterteilung diente einerseits die Morphologie der Krallen, die bei Geparden nicht einziehbar sind und andererseits der Aufbau des Zungenbeins, das bei den Großkatzen elastisch, bei Kleinkatzen verknöchert ist. Auf diesen Unterschied führte man die Fähigkeit zu brüllen beziehungsweise zu schnurren zurück. Einige Großkatzen (Löwe, Tiger, Leopard, Jaguar) können im Gegensatz zu den Kleinkatzen brüllen. Schnurren können alle Katzen, die Großkatzen jedoch nur beim Ausatmen, die Kleinkatzen sowohl beim Ein- wie beim Ausatmen. Mittlerweile hat sich herausgestellt, dass die Fähigkeit zu brüllen nicht vom Zungenbein abhängt, sondern mit dem Aufbau des Kehlkopfes zusammenhängt.[2]

Moderne Systematiken[Bearbeiten]
Molekulargenetische Untersuchungen zeigten, dass die traditionelle Einteilung nicht den Verwandtschaftsverhältnissen entsprach. So stellte sich heraus, dass die Geparde keine eigene Unterfamilie bilden, sondern eng mit den Pumas verwandt sind und damit zu den Kleinkatzen zählen. Den Analysen zufolge unterteilen sich die rezenten Katzenarten in acht Hauptlinien, die sich vermutlich in der hier aufgelisteten Reihenfolge vom Hauptzweig abspalteten. Die erste Abspaltung, die der Großkatzen, erfolgte wahrscheinlich vor etwa 10,8 Millionen Jahren, während die jüngste, die Aufspaltung in Hauskatzen-Linie und Bengalkatzen-Linie, wohl vor etwa 6,2 Millionen Jahren stattfand.[5]

Relativ unsicher ist die Zugehörigkeit der Bergkatze zur Ozelot-Linie.

Evolution[Bearbeiten]
Die Katzen stammen nach heute gängiger Meinung von den Vorfahren der Schleichkatzen oder verwandten Formen aus der Gruppe der Katzenartigen Raubtiere ab. Noch vor dem Auftreten der eigentlichen Katzen existierten die Nimraviden oder Scheinsäbelzahnkatzen, die sehr an Katzen erinnern, heute aber in eine eigene Familie (Nimravidae) gestellt werden. Sie gelten als Schwestergruppe der Felidae und nicht als deren Vorfahren. Die ältesten Fossilfunde von Katzen sind etwa 30 Millionen Jahre alt und stammen aus dem Oligozän von Europa, als mit Proailurus der erste bekannte Vertreter der Felidae erschien. Er war etwas größer als eine Hauskatze und jagte in den tropischen Wäldern.

Vor etwa 20 Millionen Jahren steht Pseudaelurus an der Spitze der Evolutionslinien der Katzen,[6] deren zwei Hauptlinien die Säbelzahnkatzen (Machairodontinae) und die Vorfahren der rezenten Katzen (Pantherinae und Felinae) waren. Die Angehörigen der Säbelzahnkatzen-Linie sind ausgestorben. Vor etwa 10.000 Jahren verschwanden die letzten Vertreter mit den Gattungen Homotherium und Smilodon. Aus der zweiten Evolutionslinie entwickelten sich die heutigen Katzen. Alle heutigen Katzenarten gehen auf einen gemeinsamen Vorfahren zurück, der vor 10 bis 15 Millionen Jahren lebte.[7]

Die ausgestorbenen Metailurini, zu denen etwa Dinofelis zählt, wurden früher zu den Säbelzahnkatzen gerechnet, zählen heute aber für gewöhnlich zu den felinen Katzen.

Bedeutung, Geschichte, Kultur[Bearbeiten]
Fast alle Katzenarten sind in ihrem Bestand gefährdet. Neben dem Verlust an Lebensraum leiden die Populationen an der Bejagung für den Fellhandel oder für die Traditionelle Chinesische Medizin oder wegen Konflikten mit der Nutztierhaltung.

Die Hauskatze lebt seit mehreren tausend Jahren in der Gesellschaft des Menschen. Sie hat dort von der Mythologie über zahlreiche Redensarten (wer mit der Katze geeggt hat, weiß, wie sie zieht) bis hin zur Belletristik und den Bildenden Künsten eine Spur gezogen.

Einzelnachweise[Bearbeiten]
  1. Tim Malmström and Ronald H. H. Kröger: Pupil shapes and lens optics in the eyes of terrestrial vertebrates. In: The Journal of Experimental Biology 209, S. 18-25, 2005. doi:10.1242/jeb.01959
  2. a b c d Sunquist, M. E. & Sunquist, F. C. (2009) Family Felidae (Cats). (pp. 54-168). In: Wilson, D. E., Mittermeier, R. A., (Hrsg.). Handbook of the Mammals of the World. Volume 1: Carnivores. Lynx Edicions, 2009. ISBN 978-84-96553-49-1
  3. D.E. Wilson und D.M. Reeder: Mammal Species of the World. Johns Hopkins University Press, 2005, ISBN 0-8018-8221-4
  4. W.E. Johnson, Eizirik, E., Pecon-Slattery, J., Murphy, W. J., Antunes, A., Teeling, E. and O'Brien, S. J. (2006): The Late Miocene radiation of Modern Felidae: A genetic assessment. Science January 2006: Vol. 311 no. 5757: S. 73–77 (Abstract)
  5. a b Stephen J. O’Brien, Warren E. Johnson: Der neue Stammbaum der Katzen, in Spektrum der Wissenschaft, Ausgabe 6/08, Spektrum der Wissenschaften Verlagsgesellschaft mbH, Heidelberg, S. 54 – 61
  6. A. Turner: The big cats and their fossil relatives. Columbia University Press, 1997.ISBN 0-231-10229-1
  7. Warren E. Johnson et al. (1997): Phylogenetic Reconstruction of the Felidae Using 16S rRNA and NADH-5 Mitochondrial Genes. Journal of Molecular Evolution 44 (Suppl 1): S. 98–116
Ich hätte einen Thread für Wikipediaeinträge machen sollen. ._.
 
Viel spass

Flasche


25px-Disambig-dark.svg.png
Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Flasche (Begriffsklärung) aufgeführt.


Normflasche des Verbands Deutscher Mineralbrunnen aus Glas


Wasserflasche aus PET.


Weinflasche mit eingewölbtem Boden


Laborflasche
Eine Flasche ist ein verschließbares Behältnis zum Transport und zur Lagerung von Flüssigkeiten und Gasen, sowie schüttbaren Feststoffen, wie Pulver. Sie besteht üblicherweise aus Glas oder Kunststoff mitunter aus Metall.

Inhaltsverzeichnis
Etymologie
Das altgermanische Substantiv (mittelhochdeutsch vlasche, althochdeutsch flaska, davon auch romanisch fiasko) gehört im Sinne von „umflochtenes Gefäß“ zu der indogermanischen Wortsippe „flechten“. Die früher aus Holz, Ton, Zinn oder Blech hergestellten Flaschen waren zum Schutz und besseren Transport mit Geflecht umgeben. Erst in neuerer Zeit bezeichnet „Flasche“ ein Glasgefäß – die Weinflasche hieß noch im 19. Jahrhundert Bouteille. Der niederdeutsche Ausdruck für Flasche „Buddel“ wird im Hochdeutschen gelegentlich auch verwendet (siehe Buddelschiff).

Form
Die meisten Flaschen haben im Verhältnis zu ihrer Höhe einen relativ geringen Durchmesser und einen flachen Boden. Das sich konisch verjüngende Ende einer Flasche wird oft auch als „Hals“ bezeichnet. Es endet in einer runden, mittels Deckel verschließbaren Öffnung.

Man unterscheidet zwischen Weithals- und Enghalsflaschen. Bei Enghalsflaschen ist der Durchmesser der Öffnung deutlich geringer als der durchschnittliche Innendurchmesser des Aufbewahrungsraumes; der übliche Außendurchmesser des Halses bei Getränkeflaschen mit Schraubverschluss beträgt 25 mm.

Verschluss


Trinken aus einer Flasche
Die am meisten verbreiteten Verschlüsse für Flaschen dürften heutzutage verschiedene Formen von Gewinden sein. Fast alle Gasflaschen, ein großer Teil der Getränkeflaschen und Aufbewahrungsflaschen für Chemikalien und Putzmittel haben einen Schraubverschluss. Vor allem dann, wenn ein Wiederverschließen möglich sein soll. Schraubverschlüsse lassen sich mit allen Materialien realisieren. Normalerweise[1] stellt das Gewinde allein aber keinen dichten Verschluss dar. Deshalb werden zu diesem Zweck stets zusätzliche Dichtmaterialien eingesetzt.

Nur bei Getränkeflaschen ist der Kronkorken üblich. Er ist nicht wiederverschließbar, besteht immer aus Metall und kann nur auf Flaschen aus hartem Material (Glas) aufgesetzt werden.

In praktisch allen historisch untersuchten Kulturen, die Flaschen herstellten, ist das Verstopfen von Flaschen üblich gewesen. Hierzu wurden unterschiedlichste Materialien verwendet. Am gebräuchlichsten waren wohl Bienenwachs und später Kork. Der Korken hat sich heute nur beim Verschluss von Weinflaschen erhalten, wird aber auch hier mehr und mehr durch Schraubverschluss und Kunststoffstopfen verdrängt.

Eine historische Form des Flaschenverschlusses ist der Kugelverschluss, der sich vom Schliffverschluss ableitet. Für besondere Anforderungen werden geschliffene Glasverschlüsse eingesetzt. Für Chemikalienflaschen werden insbesondere Kegelschliffverschlüsse genutzt, sie besitzen eine konische Form. Stopfen und Flasche passen exakt (eingeschliffen) zueinander und ergeben – wenn die Kontaktfläche sauber ist – einen gasdichten Verschluss.

Für Gasflaschen werden druckfeste Kappen als Verschluss genutzt, oft mit einem Druckminderungsventil versehen.

Getränkeflaschen


Bügelverschlussflasche Bernauer Dunkel, auch wenn es heute in Berlin gebraut wird.


Verschiedene Weinflaschen


Bügel-, Schraub- und Kronkorkenverschluss
Am häufigsten werden in Flaschen Getränke aufbewahrt. Die Flasche samt Verschluss schützt das Getränk vor dem Eindringen von Fremdstoffen, wie Bakterien, und vor Verdunstung. Viele Flaschen bestehen aus getöntem Material, um die Sonneneinstrahlung, insbesondere UV-Strahlen, abzuschirmen.

Bei Getränkeflaschen unterscheidet man nach den Transportanforderungen zwischen Mehrwegflaschen und Einwegflaschen.

Mehrwegflaschen
sollen nach dem Entleeren an den Abfüller zurückgeleitet und nach einer ausgiebigen Reinigung erneut befüllt werden. Solche Flaschen werden beim Kauf mit einem Flaschenpfand belegt, das verhindern soll, dass der Verbraucher aus Bequemlichkeit die Flasche dem Restmüll zuführt. Mehrwegflaschen werden meist in Getränkekisten verkauft, in denen beispielsweise 6, 11, 12, 20, 24, 25 oder 30 Flaschen stehen. Die Höhe des Mehrwegpfandes beschreibt der Artikel Flaschenpfand.
Einwegflaschen
bestehen inzwischen zumeist aus PET, seltener aus Glas. Sie werden nach dem Entleeren dem Wertstoffrecycling zugeführt, im Regelfall über die Vertreiber und Hersteller, teilweise auch in Altglascontainern. Das Glas oder PET wird dann meist gemahlen und eingeschmolzen, um es zu neuen Flaschen oder anderen Produkten zu verarbeiten. Seit 2003 wird in Deutschland auch auf viele Einwegflaschen das Einwegpfand erhoben. Grund sind Ökobilanzen des Umweltbundesamtes, die zum Schluss kamen, dass Einwegflaschen trotz Recycling deutlich schlechter abschneiden als Glas- und PET-Mehrwegflaschen; allerdings wird auch die Ansicht vertreten, dass Einwegflaschen wegen kürzerer Leerguttransportwege (kein Rücktransport bis zum Abfüller) und wegen der hier unterbleibenden umweltbelastenden Reinigung, die bei Mehrwegflaschen vor der erneuten Befüllung erforderlich wird, tatsächlich ökologisch günstiger sind. Einwegflaschen werden einzeln, in Getränkekisten, in Folie eingeschweißt zu sechs oder acht Flaschen oder in einem Pappträger (auch Trailer genannt) verkauft.
Entsprechend dem Einsatzzweck gibt es unterschiedliche Anforderungen durch das Inhaltsprodukt:

Arzneimittelflaschen und handelsübliche Flaschen für „nichttrinkbare Inhalte“ müssen sich möglichst schon durch die Form von Getränkeflaschen unterscheiden. Andererseits sind Verschlüsse nötig, die von Kindern nicht geöffnet werden können oder deren Prinzip das Innehalten beim Öffnen erfordert.

Andere Verwendungen


Verschiedene Flaschen für Ketchup


Chemikalienflasche mit Schraubverschluss
  • Im Chemikalienhandel und -transport werden Flaschen für Reagenzien, lose Arzneiprodukte und Stoffe eingesetzt.[2] Dabei sind Weithalsflaschen im Einsatz, die eine größere Öffnung besitzen und vorzugsweise für Pulver und andere Feststoffe genutzt werden. Für die bessere Entleerung ist die Form der Steilbrustflasche vorgesehen, deren Hals länger und schräger als bei der Normalflasche ist. Für Flüssigkeiten sind dagegen Enghalsflaschen im Einsatz. Neben Glasflaschen werden vorzugsweise PET-Flaschen um Verunreinigungen der enthaltenen Chemikalien zu vermeiden. Andererseits besitzen Glasflaschen statt dem sonst üblichen Schraubverschluss meist einen Schliffstopfen, der besser gegen Luft andichtet. Neben runden Flaschengefäßen werden jedoch auch viereckige Gefäße genutzt, die dann mitunter als Dose bezeichnet werden. Im Labor gibt es zudem Kappen- und Waschflaschen.
  • Bei technischen Anwendungen wird Gas oft in Gasflaschen aufbewahrt, die in der Regel pfandbelegte Mehrweggasflaschen sind. Sie werden für hochkomprimierte technische Gase, aber auch für Flüssiggas in Wohnwagen und für Grills verwendet.
  • Von Vermessern wurden gerne Flaschen (vorwiegend aus Glas) mit der Öffnung nach unten unter Grenzsteinen und Festpunkten vergraben. Diese sollten bei Verlust des Steines/Punktes seine Lage rekonstruierbar machen. Oft sind derartige Flaschen sehr alt und können für die Archäologie als Zeitzeugnis bedeutsam sein, so sie geborgen werden können.
Material
Tonflasche
Flaschen aus Ton und im Ergebnis aus Steingut werden heute nur noch selten verwendet Meist sind es noch charakteristische Behälter für spezielle Spirituosen (Steinhäger) oder es sind Schmuckflaschen teurer Exquisitgetränke. Bis an den Anfang des 20. Jahrhunderts wurde Mineralwasser häufig noch in Selterswasserflaschen aus Steinzeug verkauft. Dabei spielte die längere Kühlhaltung den entscheidenden Einsatzpunkt.

Glasflasche
Die Glasflasche ist die verbreitete Form des Behälterglases und hat die geeigneten Eigenschaften wie guten Produktschutz und die Möglichkeit des Recyclings. Die Bruchsicherheit wird durch optimierte Formen erhöht. Besondere Glasflaschen tragen am unteren Rand oder auf dem Boden eine Reihe Kennzeichen, aus denen Ort und Zeitpunkt der Herstellung erkennbar sind. Unter anderem befindet sich hier die Glasmarke der Glashütte.

Kunststoffflasche
Wenn geringes Gewicht, geringe Herstellungskosten oder eine bestimmte chemische Beständigkeit eine Rolle spielen, kommt Kunststoff zum Einsatz.

  • PET-Flaschen oft für Getränke,
  • PE-Flaschen für Ketchup oder Motoröl oder
  • PTFE für Laborflaschen.
Metallflaschen
Bei notwendigem hohem Druck oder für hohe Temperaturen werden Metallflaschen eingesetzt, wie für Flüssiggas- und Gasflaschen.

Reinigung


Reinigungsbürsten für Flaschen aller Art gehörten zum Handwerkszeug des Apothekers, Drogisten oder Gemischtwarenhändlers
Der meist enge Hals einer Flasche erschwert die Reinigung. Zur Reinigung von Mehrwegflaschen im Brauereibereich werden meist Sprühanlagen mit heißem Wasser oder Reinigungslauge eingesetzt, um die unbeabsichtigte Verunreinigung des Neuprodukts zu vermeiden. Im Haushalt und im Labor findet dagegen oft eine Handhabung der Einzelflasche statt. Für diesen Zweck gibt es ein umfangreiches Sortiment von Flaschenbürsten. Diese sind in der unterschiedlichsten Weise so ausgebildet, dass die Bürste sowohl durch den engen Flaschenhals passt, jedoch zum anderen den gesamten Flascheninnenraum – insbesondere die Flascheninnenwand – erreichen und putzen kann.

Geschichte der Flasche
Flaschen aus Ton, Zinn oder anderen Materialien, die in einfachen handwerklichen Vorgängen bearbeitet werden konnten, waren schon in frühen Hochkulturen als Nutzgegenstände üblich. Funde frühzeitlicher flaschenartiger Gefäße stammen hauptsächlich aus Ausgrabungen in Ägypten, Ostasien oder dem mitteleuropäischen Siedlungsgebiet germanischer Stämme. Ägyptische Mitglieder der Königsfamilie wurden in großem Umfang mit Alltagsgegenständen, die der Tote auf seinem Weg ins Totenreich benötigen würde, unter anderem Medizin und Ölen in Fläschchen, beigesetzt. In germanischen Gräbern fand man ebenfalls einfache, mit Bienenwachs verschlossene Tonflaschen, die Met enthielten. Obwohl das Wissen über die Glasherstellung schon Jahrhunderte vor Christus bekannt war, waren Glasflaschen aufgrund des vorerst äußerst aufwendigen und teuren manuellen Herstellungsprozesses Einzelstücke und somit exklusive und wertvolle Gegenstände für höher privilegierte Mitglieder der Gesellschaft. Sie wurden vornehmlich zur Aufbewahrung von Luxusgütern wie Ölen, Essenzen oder Parfum benutzt. Die Glasflasche zur Getränkelagerung setzte sich erst gegen Ende des Mittelalters durch, als die Technik der Glasbläserei fortschrittlicher wurde und effizientere Produktion möglich war. Im 17. Jahrhundert hatten die Italiener das Verarbeiten von Glas schon bis zur Meisterschaft entwickelt. Der endgültige Siegeszug der Glasflasche fand im Zuge der Industrialisierung im 18. und 19. Jahrhundert statt, als Glasverarbeitung im großen Stil durch industrielle Vorgänge ermöglicht wurde. Seither wurden Herstellungs- und Wiederverwertungsprozesse von Glasflaschen ebenso wie Flaschen in ihrer Form selber stetig optimiert. Man ging dazu über, Flaschen in genormten Größen und einheitlicher Form herzustellen, die dem beinhalteten Produkt einen Wiedererkennungswert verleiht. So sind zum Beispiel heute immer noch Züge der Urform der Coca-Cola-Flasche in den modernen Flaschen dieses Herstellers erkennbar.

„Flasche“ im Sprachgebrauch
Das Schimpfwort „Flasche“ für einen dummen Menschen (der so „hohl wie eine Flasche“ ist) geht wahrscheinlich auf das zuerst bezeugte französische Bouteille in gleicher Bedeutung zurück (vergleiche dazu italienisch „fiasko“ in der Doppelbedeutung von Flasche und auch Missgeschick). Bezeichnungen von Hohlkörpern werden oft als Schimpfwörter gebraucht.
 
Ich hätte einen Thread für Wikipediaeinträge machen sollen. ._.
:3
Der Witz ist der Versuch eines Erzählers, durch gesprochene oder geschriebene, besonders strukturierte fiktiveErzählung den Zuhörer oder Leser durch einen für ihn unerwarteten Ausgang (Pointe) zum Lachen anzuregen.

25px-Disambig-dark.svg.png
Dieser Artikel erläutert den (sprachlichen) Witz; zu weiteren Bedeutungen siehe Witz (Begriffsklärung).


[paste:font size="5"]Etymologie[1]Im Mittelalter hieß „diu wizze“ so viel wie Denkkraft, Klugheit, gesunder Menschenverstand, wobei mehr an eine erworbene als an eine angeborene Eigenschaft gedacht war. Ende des 17. Jahrhunderts verengte sich die Bedeutung unter dem Einfluss des Französischen und beinhaltete etwa dasselbe wie das noch heute geläufige Fremdwort Esprit; witzig hieß so viel wie geistreich und bezeichnete insbesondere die schnelle Gedankenverbindung, die intellektuelle Kombination oder die geistige Beweglichkeit. Von der Wortherkunft her war der Witz ein heller, lebendiger Verstand („Mutterwitz“). Erst im 19. Jahrhundert wurde es üblich, das Wort in erster Linie auf die Produkte witziger Äußerungen zu beziehen und in diesem Sinne von einem Witz zu sprechen.[2]

Das Wort „Witz“ ist etymologisch verwandt mit dem englischen wit „Gewitztheit, Esprit“, leitet sich jedoch vomalthochdeutschen wizziWissen“, „scharfe Beobachtung“ zu „wissan“, „gesehen haben“ ab (vergl. englisch wit auch: „geistige Wendigkeit“, witnessZeuge“, „etw. miterleben“). Bis in die Zeit um 1800 meint „Witz“ ein menschlichesVermögen, lateinisch auch ingenium genannt: die Fähigkeit, verblüffende und aufschlussreiche Vergleiche herzustellen sowie Metaphern zu erfinden. Denjenigen, bei dem dieses Vermögen besonders ausgeprägt ist, nennt man einen „witzigen Kopf“.[3]

[paste:font size="4"]Witz und Spaßhumorvoller Streich, oder Gag (englisch: „witziger Einfall“).

[paste:font size="4"]Der ClouVerstandes. Clou in der heutigen Form ist die Gewitztheit, der Esprit (französisch „Geist“) die Fähigkeit zu überraschenden, aber gehaltvollen Assoziationen. DerClou ist der Kern einer Sache.

Der Bedeutungswandel vollzieht sich infolge der allmählichen Einbürgerung eines verkürzten Ausdrucks, der eigentlich eine „gewitzte Anekdote“ bezeichnen soll. Im 19. Jahrhundert ist die Bedeutungswandlung zum heutigen Verständnis schon abgeschlossen. Das französische Lehnwort bietet sich als Variante: Clou (aus lateinisch clavus wörtlich „Nagel“, vergl. Den Nagel auf den Kopf treffen). Eine auszeichnende Besonderheit, eine herausragende Situation oder ein guter, unerwarteter Einfall, der Kern der Sache sind der Schlüssel zu einer Lösung. Beispiele: „Das war der Clou des Abends!“, „Der Clou des Ganzen“.

[paste:font size="4"]Witz und GewitztheitMutterwitz, Nürnberger Witz). Witz ist in diesem Sinne „Bauernschläue“, „rasche Auffassungsgabe“. Dieser Sinn steckt in der Bedeutung von witzlos als „ohne Zweck“, etwa als Das ist witzlos für „Das bringt nichts“. Weitere Beispiele sind Spielwitz für „Taktik“ oder auch Aberwitz, wobei hier aber- „darüber hinaus“ bedeutet also „über den Verstand hinausgehend“. Weitere Worte in denen dieser Sinn verwendet ist sind Irrwitz und Wahnwitz.

Auch der Gebrauch in der Redewendung „Die Sache ist nicht ohne Witz“ gehört zu dieser Gruppe, wobei im aktuellen Sprachgebrauch der Anglizismus Cleverness für Witz steht.

[paste:font size="5"]GeschichtePlaton gilt allgemein als der erste Theoretiker des Humors,[4] denn für ihn ist Humor die Mischung von Vergnügungen und Schmerz. Humor resultiere aus den ambivalenten Gefühlen gegenüber dem Lächerlichen. Der Lachende fühle sich gegenüber dem Verlachten überlegen. Platons Herabsetzung des Lachens zieht sich durch die Geschichte des Abendlandes.[5] Aristoteles vertrat in seinem Werk Rhetorica (ca. 330 v. Chr.) die Auffassung, dass der Witz derArgumentation des Redners dienen müsse, wobei unpassende Witze vermieden werden sollten.[6] Für Cicero bestand die Funktion des Witzes darin, die gesellschaftlichen Abweichungen aufzuzeigen und zu korrigieren, und zwar in einer akzeptablen Weise.[7]

Lange Zeit verstand man unter dem Witz die geistige Fertigkeit, „zwischen verschiedenen Dingen Ähnlichkeiten zu bermerken“.[8] Durch eine immer schärfer greifende semantische Verengung wurde mit Witz schließlich nur noch die einzelne kurze Erzählung verstanden.[9] Der Witzbegriff im heutigen Sinne wurde erstmals am 20. Februar 1809 vonGoethe gebraucht. „Der Witz setzt immer ein Publikum voraus. Darum kann man den Witz auch nicht bei sich behalten… Der Witz gehört unter den Spieltrieb“.[10] [11] Für Emil Kraepelin war der Witz die willkürliche Verknüpfung zweier „miteinander in irgend einer Weise kontrastierender Vorstellungen,“ zumeist durch sprachliche Assoziation.[12]

Mit Immanuel Kant und Arthur Schopenhauer begann in der Forschung über Witz und Humor eine neue Phase. Beide werden als die frühen Vertreter der so genannten „Inkongruenztheorie“ betrachtet,[13] unter welcher Schopenhauer die plötzliche Wahrnehmung einer Inkongruenz zwischen Konzept und realem Objekt als Ursache für das Lachen verstand.[14] Sigmund Freud, der wichtigste Vertreter der psychoanalytischen Witzforschung, fand drei Gebiete des Alltagslebens, für dessen Verständnis das Unbewusste den Schlüssel liefere: den Traum, die Fehlhandlungen und den Witz.[15] Im Gegensatz zu Traum und Fehlleistungen ist der Witz jedoch kein unmittelbares Ergebnis des Unbewussten und besitzt (durch Zuhörer) eine soziale Komponente. Für ihn – und einiger seiner Schüler – resultierte die Lust am Witz aus einem plötzlichen Abbau von Hemmungsaufwand. Dieser Hemmungsaufwand, den normalerweise Erziehung und Gesellschaft von uns fordern, den uns der Witz jedoch erspart, entstehe durch das Tabu bestimmter Gedanken, Vorstellungen, Gefühle oder Triebregungen, die nicht ins Bewusstsein treten sollen, sondern die blockiert, ausgesperrt, verdrängt oder umgangen werden sollen.[16]

[paste:font size="5"]AllgemeinesSprachwissenschaft, Volkskunde als auchPsychoanalyse und Gestaltpsychologie befassen sich – jeweils für ihre Zwecke – mit dem Witz. Keiner dieser Disziplinen ist es bisher gelungen, eine allgemein anerkannte Definition des Witzbegriffs zu entwickeln.[17] In der Sprachwissenschaft ist der Witz eine Textsorte und eine abgrenzbare literarische Gattung, die Volkskunde befasst sich mit seinen Überlieferungen, die Psychoanalyse mit der Witzanalyse im Hinblick auf seine Abläufe im Unterbewusstseinund die Gestalttheorie mit der Analyse von Witzstrukturen in Hinblick auf den dabei wirksamen Bezugssystem-Wechsel[18]. Allen Disziplinen gemeinsam ist die notwendige Folge des Witzes, dass Rezipienten zum Lachen angeregt werden. Lachen kann verschiedene Ursachen haben, zu denen auch der Witz gehört. Während viele andere neurologischen Ursachen des Lachens verborgen bleiben, öffnet sich der Witz Analysemöglichkeiten.[19]

[paste:font size="5"]Aufbau des WitzesRhetorik kann der Witz in folgende Bestandteile gegliedert werden.[20]

  • Mit dem Exordium verschafft sich der Erzähler Aufmerksamkeit und kennzeichnet den Text als Witz;
  • die Expositio stellt Situation und Witzfiguren vor und bestimmt den Rahmen der weiteren Handlung;
  • die Complicatio lässt die Witzfiguren handeln und bietet eine Möglichkeit der Interpretation von Handlung oder Rede der Witzfiguren. Sie bietet dabei scheinbar eine einzige Deutungsmöglichkeit an, unmerklich wird jedoch eine weitere Deutungsmöglichkeit geschaffen;
  • die Pointe überrascht den Hörer durch eine weitere Deutungsmöglichkeit und deckt den in der Complicatio verborgenen Doppelsinn auf. Sie vermittelt die Einsicht, dass das Urteil über den Sachverhalt nicht zwingend einer einzigen Auffassung unterworfen ist.
Mit der Ankündigung (Exordium) eines Witzes scheint der Erzähler ein Versprechen abzugeben, dass er die Hörer zum Lachen bringen werde.[21] Expositio, Complicatio und Pointe sind konstitutive Elemente des Witzes, die Pointe ist sein Kern.[22] Die Pointe hat auf einer anderen Ebene Sinn als der Hörer im Voraus aufgrund der Erwartungsebenen annehmen durfte. Die zunächst aufgebaute Beklemmung wegen eines vermeintlichen Problems löst sich in befreiendes Lachen auf. Das Gelächter der Zuhörer zeigt an, dass sie den Positionswechsel erkannt und mit vollzogen haben.[23] Mit der Pointe endet der Witz abrupt, jedes weitere Wort wäre zu viel.

Nach André Jolles kann man den Witz als „eine einfache narrative Form verstehen. Seine reguläre Darbietung ist die kurze Erzählung, die einen offenbaren Punkt der Distanzierung vom andernfalls gebotenen Ernst birgt.“

Möglich sind Bildwitze, bei denen der Betrachter den Plot selbst ergänzt und mit dem Element ergänzt, das die Distanzierung vom gebotenen Ernst erlaubt. Eine groteske Verzerrung, ein offenkundig unwahrscheinliches Bildelement kann die Distanzierung vom andernfalls gebotenen Ernst gestatten. Im mündlichen Vortrag kann das Signal zur Distanzierung allein mit einem Blick oder einer Geste zwischen dem Erzähler und den Zuhörern geschehen – die Regel ist jedoch ein Plot, bei dem der bekannte Ablauf bereits das Signal birgt, an welcher Stelle die Zuhörenden sich vom Ernst der Situation befreien können.

[paste:font size="5"]Funktionen des Witzesaggressiver Impulse, die aufgrund sozialer Normen ansonsten unterdrückt werden müssen;

  • Befriedigung des Triebs, über verbotene Themen zu sprechen, die aber im Witz angesprochen werden können und
Im Witz spielt das Skript eine zentrale Rolle. Es beinhaltet semantische Informationen, die mit den Wörtern im Witztext assoziiert sind oder von den Wörtern aufgerufen werden. Der Text ist kompatibel mit zwei verschiedenen Skripten, die gleichzeitig in Opposition zueinander stehen (so genannte Skriptopposition):

„Treffen sich zwei Jäger im Wald. Beide tot.“

Treffen ist eine Skriptopposition, die zwei Bedeutungen hat. Die Complicatio legt mit „treffen“ nahe, dass die beiden Jäger im Wald zusammenkommen, die Pointe verwendet jedoch überraschend den „Treffer“ als Ergebnis des gegenseitigen Schusswaffengebrauchs. Durch das Sprachelement wird eine zweite Interpretation ausgelöst. Die Pointe ist die Stelle, an der ein Wechsel von einem Skript zum anderen ermöglicht wird.[24] Dieses Element bezeichnet Victor Raskin als den semantischen Trigger (Auslöser) für den Skriptwechsel, den er weiter in zwei Sorten klassifiziert, nämlich Ambiguität undWiderspruch.[25] Im Witz hat das Wort oder die Wortgruppe, die als Auslöser gilt, daher mindestens zwei unterschiedliche semantische Bedeutungen. Beim Lesen oder Hören des Textes bis zum Trigger wählt der Rezipient eine dieser Bedeutungen aus und baut hierauf entsprechend die erste Interpretation des ganzen Textes auf. Während der Witz bis zum Ende weiter gelesen oder gehört wird, wird erst deutlich, dass die zweite Bedeutung des Triggers gewählt werden sollte. Dadurch kommt man auf die zweite Interpretation des ganzen Witztextes. Auf diese Weise sind zwei Skripten für den Witz entstanden.

[paste:font size="5"]Psychoanalyse des WitzesDer Witz und seine Beziehung zum Unbewußteneine der größten Witzsammlungen seiner Zeit veröffentlicht hatte,[26] werden über den Witz unbewusste Botschaften transportiert. Für Freud waren Traum, Fehlleistungen und Witze die Zugänge zu den unbewussten Quellen des Individuums. Er unterscheidet 3 Grundformen:

  • Verdichtung
    • Mit Ersatzbildung durch Mischwort (Beispiel: familiär – famillionär),
    • leichte Modifikation (Beispiel: Orientexpresszug und Erpressung – Orienterpresszug)
  • Verwendung des nämlichen Materials
    • Zerteilungswitz (Beispiel: Fragt der Urologe den Patienten: „Befriedigen Sie sich durch Onanie?“ Patient: „Oh, na, nie!“)
    • Änderung der Anordnung (Beispiel: Singles kommen nach Hause, sehen, was im Kühlschrank ist und gehen ins Bett; Verheiratete Männer kommen nach Hause, sehen, was im Bett ist und gehen an den Kühlschrank)
    • leichte Modifikation (Vertauschung eines Vokales)
  • Doppelsinn
    • Name und Satzbedeutung
    • metaphorische und sachliche Bedeutung
    • eigentlicher Doppelsinn (Wortspiel)
    • Zweideutigkeit
    • Doppelsinn mit Anspielung[27]
Freud unterscheidet ferner die harmlosen (abstrakten) und die tendenziösen (feindseligen) Witze.[28] Harmlose Witze haben unverkennbar das Ziel, Lust beim Hörer hervorzurufen. Die Lust beim abstrakten Witz entspringe der angewandten Technik, sie entsteht beim tendenziösen dadurch, dass eine Tendenzbefriedigung ermöglicht wird, die sonst unterblieben wäre. In tendenziösen Witzen sind immer Zielscheiben vorhanden. Freud unterscheidet hier zwei große Tendenzen, und zwar die Feindseligkeit (die zur Aggression, Satire oder Abwehr dient) und die Obszönität (welche der Entblößung dient).[29] Zu den ersteren gehören z.B. die Berufswitze (Ärztewitze, Beamtenwitze, Juristenwitze, Politikerwitze), in denen die Angehörigen eines bestimmten Berufs wegen ihrer Unfähigkeit oder Faulheit bei der Arbeit ausgelacht werden, oder manche der Blondinenwitze, in denen die Blondinen immer als dumm und naiv präsentiert werden. Tendenziöse Witze dienen vor allem dazu, dass sich Menschen wegen der Verstöße gegen die moralischen, logischen oder kulturellen Regeln, die sie in ihrer Erziehung gelernt haben, von diesen Beschränkungen befreien können.[30]

[paste:font size="5"]WitzthemenVorurteile, Ängste oder Tabuthemen aufgreifen, von gesellschaftlichen Minderheiten handeln oder menschliche Schwächen thematisieren; der Witz berührt alle Arten von menschlichen Schwächen.[31] Witze mit Vorurteilen befassen sich mit Frauen- oder Männerthemen, Rauchern (jeweils von der anderen Gruppe thematisiert) oder Personen mit körperlichen/geistigen Gebrechen. Zu den in Witzen vorkommenden Minderheiten gehören insbesondere Ostfriesen, Türken, Amerikaner, Juden, Polen, Ossis/Wessis, Politiker oderBlondinen. Diese sozialen Gruppen werden in Witzen stigmatisiert, die Vorurteile gegen sie verfestigt. Auf diese Weise können nach Sigmund Freud mit einem Tabu versehene oder unbewusste Inhalte in einer gesellschaftlich akzeptierten Form dargestellt und ausgedrückt werden.

Sujets
Witze nehmen ihre Sujets aus allen Bereichen, die mit Geboten zu ernsthaftem Verständnis, Mitgefühl, menschlicher Wärme und Achtung ausgestattet sind.

  • Sprachwitze erlauben es, der Sinnbedeutung der Sprache selbst nicht länger ernst gegenüberzustehen.
  • Sex-Witze erlauben es, dem mit Tabus und der Aufforderung zu Intimität und Mitgefühl belegten Bereich mit Weigerungen des eingeforderten Ernstes zu begegnen.
  • Politische Witze erlauben es, einem politisch repressiven Regime mit einer Verweigerung des eingeforderten ernsthaften Respektes zu begegnen.
  • Witze über Krankheit und Tod gedeihen im schwarzen Humor in den Feldern, die mit letzter Konsequenz Ernst einfordern.
Schema
Witze werden in der Regel nach standardisierten Konstruktionsschemata gebildet. Eine Erzählung wird etwa mit drei Steigerungen ausgestattet. Unter den Zuhörern besteht das Vorwissen, dass die letzte Steigerung die Situation so grotesk werden lässt, dass niemand die angebotene Geschichte länger ernst nehmen muss. Standard dafür ist der Witz, der Angehörige von drei verschiedenen Nationalitäten vor ein ernsthaftes Problem stellt, der erste verhält sich in der Situation merkwürdig, der zweite steigert dies, Letzterer jedoch agiert ganz offenbar grotesk, womit das Signal zur Distanzierung vom situationsgebotenen Ernst gegeben ist.

Nicht minder beliebt ist die Konstruktion mit einer Frage, auf die eine unerwartete Antwort gegeben wird – der Zuhörer gibt für sich die eingeforderte Antwort, der Erzähler die Antwort, von deren Ernst sich jeder befreien kann. Die Witze mit der Eröffnung „Frage an Radio Eriwan“ folgen diesem Konstruktionsschema.

Die doppelte – riskante und unriskante – Bedeutung von Worten gewinnt im Witz häufig Funktion:

„Ein Kabarettist betritt zur Zeit des Nationalsozialismus die Bühne mit einem Hitlerbild, sucht einen Platz, um es an die Wand zu hängen, stellt es dann auf dem Boden ab und überlegt endlich laut: ‚Man weiß nicht, ob man ihn aufhängen oder an die Wand stellen soll‘.“

Das ist maximal ernst formuliert im Sinne von „Hitler durch den Strang oder ein Erschießungskommando exekutieren“, aber erlaubt gleichzeitig die Befreiung vom Ernst der Situation. Der Kabarettist konnte sich darauf zurückziehen, hier dem Bild doch nur den eingeforderten Respekt erwiesen zu haben, denn es ist angeblich würdig, in allen Amtsstuben und Klassenzimmern zu hängen. Der Witz kann in der verknüpften Wortbedeutung liegen, beispielsweise bei „Brennholzverleih“.

Erzählung
Die Erzählung des Witzes pflegt Gruppenkonsens einzufordern und vorauszusetzen. Es gibt Insiderwitze, über die nur lachen kann, wer den Sachverhalt in seinem Ernst versteht. Heikel ist es in der Regel darum auch, als Fremder mit einer Gruppe mitzulachen, in der ein Witz erzählt wird. Das Lachen der Gruppe erstirbt meist, sobald ein Außenstehender mitlacht. Das Gruppenverhalten erlaubt es nur den Mitgliedern, sich vom Ernst des Themas zu distanzieren. Wer nicht dazugehört, darf sich nicht unaufgefordert über etwas erheben, was der Gruppe letztlich gerade beim Lachen sehr ernst ist.

Funktion und Merkmale
Salcia Landmann erwähnt Polonius in Shakespeares Hamlet, der, obwohl für seine Weitschweifigkeit bekannt, feststellt: „Weil Kürze denn des Witzes Seele ist“.

[paste:font size="5"]Wirkungsweise des WitzesTabubruch. Sie wirken durch eine Wortstruktur, in deren Verlauf der Sinn von einer (Erwartungs-)Ebene auf eine völlig andere und vom Hörer unerwartete (Wendungs-)Ebene überspringt; sie nutzen die Skriptopposition aus. Der Unterschied zwischen den beiden Ebenen soll Heiterkeit auslösen. Durch einen strengen Aufbau wird die Erwartung des Hörers in eine bestimmte Richtung gelenkt, aber der Schluss weicht tatsächlich davon ab. Die Überraschung – und damit das Vergnügen – ist umso größer, wenn die erste Ebene als selbstverständlich vorausgesetzt oder die zweite Ebene nur leicht angedeutet wurde. Durch die Auswahl von Witzen offenbart der Erzähler viel von sich selbst, durch Lachen bestätigen die Rezipienten, dass sie den Witz verstanden haben, aber auch, dass sie den Inhalt akzeptieren. In fast allen Witzen kommt eine Aggression zum Ausdruck, die gegen das Subjekt oder Objekt, über das man lachen soll, gerichtet ist.[32] Daraus resultiert eine Ventilfunktion des Witzes. Witz und Satire sind für unterjochte Völker eine moralische Waffe gegen die Unterdrücker.[33]

Lachen ist eine physische Reaktion auf einen Witz oder eine humorvoll empfundene Situation; es ist ein „komplexer, zirkulär verlaufender, physiologischer und biochemischer neurologischer Vorgang im Gehirn und in der Muskulatur“.[34]Der Lachreiz wird durch die Pointe ausgelöst. Lachen tritt auf, wenn Verdrängungsenergie von ihrer statischen Funktion, etwas zu verbergen, zu verdrängen und dem Bewusstsein fernzuhalten, befreit wird. Der Schock des Freiseins von Verdrängung löst Freude und Lachen aus.[35] Der Witz beseitigt das durch Erziehung und kulturelle Normen Verdrängte. Je stärker die Tabus, desto besser sind die Witze. In totalitären Gesellschaften floriert der politische Witz als „Flüsterwitz“ (In der Zeit des Nationalsozialismus: „Was gibt es für neue Witze?“ – „6 Monate KZ“).

[paste:font size="5"]Klassifikation der WitzeRandgruppen angewandt.

[paste:font size="4"]Nach dem SujetBratscherwitz, Schwiegermutterwitz, Schwulenwitz

  • über Bevölkerungsgruppen: Ostfriesenwitz, Türkenwitz, Schottenwitz, Österreicherwitz, Negerwitz, Judenwitz, Belgierwitz
  • über typische Milieus: Zirkusleben, Zoo
Der Volkskundler Hannjost Lixfeld unterscheidet nach dem Sujet die folgenden Gruppen von Witzen.

  1. Absurdes
  2. Makabres
  3. Familiäres und Sexuelles
  4. Gebrechen
  5. Soziale Gruppen
  6. Ethnisches
  7. Politisches
  8. Konfessionelles
[paste:font size="4"]Nach einem typischen WitzgenreKlein-Erna-Witz
[paste:font size="4"]Spezifische Witze verschiedener kultureller GruppierungenPolitischer Witz: Radio Eriwan, Sponti-Spruch
[paste:font size="4"]Nach der SituationTreppenwitz
  • visueller Witz
  • Witzhafte Urteile über die Qualität von prinzipiell nicht als Witz gemeinten Äußerungen: Bauernregeln der „offensichtlich“ lustigen Art[38]
[paste:font size="4"]Nach dem AufbauAntiwitz
  • Knock-knock jokes[39]
[paste:font size="4"]Insiderwitzwissenschaftliche Witz. Insiderwitze tauchen auch in der Kunst und hier vor allem in Film und Fernsehen auf, vor allem als (verfremdetes) Zitat etwa einer bestimmten Filmszene. Das Motiv solcher Witze ist meist eine Parodie des zitierten Werkes, gelegentlich auch eine Hommage. Oft genutzte Formen von Insiderwitzen in Film und Fernsehen sindRunning Gags und Cameo-Auftritte.

Eine besondere Form des Insiderwitzes ist der „klassische Wiedererzähler“. Der im Witz zitierte Wiedererzähler derGeschichte ersetzt wenig bekannte Fachbegriffe durch Worte des Alltagswortschatzes. Aus dem Missverständnis entsteht die Wirkung.

„Der Nachbar erfährt, dass der Bekannte zur Tierhandlung fährt. Er bittet ihn, einenPointer mitzubringen. Der Bekannte sagt: ‚Ja!‘. Kehrt aber kurz danach zurück und fragt: ‚Was ist eigentlich ein Pointer?‘ Aber der klassische Wiedererzähler hat die genaue Bezeichnung der Hunderasse vergessen und erzählt den Witz als […] kannst Du mir einen Hund mitbringen.“

– Die Wirkung eines solchen Meta-Witzes beruht auf der Gesamterzählung.[40]
[paste:font size="5"]Witze in anderen Kulturkreisen[41] lebten in einem gut funktionierenden politischen System mit freier Meinungsäußerung und einer Gesellschaft der Mitte ohne tief greifende Spaltung,[42] so dass sich dem politisch motivierten Lachen nicht genügend Angriffsfläche biete. Je mehr Leidensdruck etwa in Diktaturen vorhanden ist und Lachen zur Herstellung von Öffentlichkeit und zum Angst- und Frustrationsabbau benötigt wird, umso mehr Ventilfunktion kommt insbesondere dem politischen Witz zu.

Ob ein Witz als witzig empfunden wird, hängt stark vom Kulturkreis ab. Witze funktionieren in der Regel nur in einem bestimmten Kulturkreis. Im Englischen verwendet man häufig Wortspiele („puns“) wie „Put not your trust in money, but put your money in trust“ (trust: Vertrauen Sie ihrem Geld nicht, aber legen Sie ihr Geld sicher an). Hier wurde die Ambivalenz von „trust“ ausgenutzt: Der erste Halbsatz kündigt einen Widerspruch an, der im letzten Teil wieder zurückgenommen wird. Die Nordamerikaner in den USA oder in Kanada können über die Witze der Engländer nicht lachen. Lustig sind in Nordamerika auch die sogenannten Überlegenheitswitze. Auch im Französischen ist das Wortspiel beliebt, zumal die französische Sprache die Lexemgrenze durch die Aussprache-Liaison weniger akzentuiert als im Deutschen; dadurch sind syntagmatische Homophonien recht häufig.[43] Das Missverständnis ist international eine beliebte Witztechnik. Hier wird die Mehrdeutigkeit, Kompliziertheit oder Verklausuliertheit der Sprache in der Pointe ausgenutzt, um das vom Rezipienten eingangs interpretierte Skript durch ein anderes zu ersetzen (Kommt ein Mann in die Metzgerei und sagt: „Ich hätte gern 500 Gramm Leberwurst, und zwar von der fetten, groben!“ Sagt die Verkäuferin: „Tut mir leid, die hat heute Berufsschule!“).

Die (politische) Situation des jeweiligen Landes ist ebenfalls ausschlaggebend. Sind die Menschen zufrieden, wie es die Kanadier von sich behaupten, lachen sie nur sehr wenig. Sind sie es nicht, wie es die Deutschen von sich sagen, sind sie leichter zum Lachen zu bringen. So wurde Deutschland vom Lachlabor als humorvollstes Land[44] ermittelt, da die Deutschen über die meisten Witze lachen konnten. Im Gegensatz zu den meisten anderen Nationen hatten sie keine Vorliebe für eine bestimmte Art von Witzen.

Der englische Psychologe Richard Wiseman versuchte ab September 2001, mittels einer Internetbefragung herauszufinden, welcher Witz von den meisten Menschen als lustig empfunden wird. Der Aufforderung, den eigenen Lieblingswitz auf die Seite zu stellen und die Witze anderer zu bewerten, folgten etwa 500.000 Menschen aus insgesamt 70 Ländern. Sie stellten zusammen 40.000 Witze ein, zu denen 1,5 Millionen Bewertungen abgegeben wurden. Die meisten Stimmen erhielt folgender Witz:

„Zwei Jäger sind im Wald unterwegs, als einer von ihnen zusammenbricht. Er scheint nicht mehr zu atmen, und seine Augen sind glasig. Der andere Typ zückt sein Telefon, ruft den Notdienst an und stößt hervor: ‚Mein Freund ist tot! Was kann ich nur machen?‘ – Darauf der Telefonist: ‚Beruhigen Sie sich. Ich kann Ihnen helfen. Zuerst sollten wir sicherstellen, dass er tot ist.‘ Kurze Pause, dann ein Schuss. Zurück am Telefon sagt er: ‚OK, was jetzt?‘“

– Bester Witz der Welt[45]
Ausschlaggebend war dabei, dass der Witz in vielen verschiedenen Ländern und unabhängig von Geschlecht und Altersgruppe punkten konnte. Die Pointe wurde bereits 1951 in einem Sketch von Spike Milligan verwendet.[46]

[paste:font size="5"]AbgrenzungenKomik und Humor. Humor, Komik oder Anekdote bezieht sich auf einen tatsächlichen Vorgang, der Witz ist rein fiktiv. Scherz und Witz sind eng verwandt, häufig werden sie synonym verwendet.

[paste:font size="5"]Siehe auchIronie

 
  • Like
Reaktionen: AnotherAero
AUFKLÄRUNG FÜR KINDER
"Mama, wo kommen die Babys her?"
Irgendwann kommt der Moment, den viele Eltern fürchten: Das Kind fängt an, unbequeme Fragen nach seiner Herkunft zu stellen. Nun liegt es bei den Eltern, dem neugierigen Sprössling kindgerecht beizubringen, wie die Babys in den Bauch (und wieder heraus) kommen. Was früher als ernstes Gespräch erst kurz vor der Pubertät stattfand, wird heute Stück für Stück schon im Kinderzimmer thematisiert. Denn längst ist bekannt, dass eine frühe Aufklärung dem Nachwuchs nicht schadet, sondern nützt.

© Can Stock Photo Inc. / Oksun70
canstockphoto14976125.jpg


Wie neugierig Kinder sind und dass sie es lieben, direkte Fragen zu stellen, ist Eltern gut bekannt. Unangenehm wird es für die meisten, wenn es irgendwann um Babys und Sex geht. Schon kleine Kinder interessieren sich brennend für ihren Ursprung und möchten alles zum Thema wissen. Dass die Kleinen die Antworten nicht verarbeiten können, braucht niemand zu befürchten – meistens sind es eher die Eltern, die ein Problem damit haben. Dabei fängt Aufklärung schon im Kleinkindalter an, wenn die Kinder lernen, wie die einzelnen Körperteile heißen. Und so sollte Aufklärung auch weitergehen: Am besten von klein auf, in verträglichen Portionen und immer mal wieder nebenbei. Auf einige Punkte sollten Eltern dabei jedoch achten.

Ehrlich sein
So schwer es auch fällt, auf kindliche Fragen zur Sexualität eine ehrliche Antwort zu geben: Den Fragen auszuweichen oder das Thema sogar zu tabuisieren ist sicherlich nicht die beste Reaktion. Den Kindern signalisiert diese Haltung schnell, dass es sich um etwas Peinliches oder Schlimmes handeln muss, wofür sie sich schämen sollten. Für Eltern ist es wichtig zu zeigen, dass sie ansprechbar sind und die Kleinen mit ihren Fragen ohne schlechtes Gewissen zu ihnen kommen können. Indem man die Neugierde des Kindes lobt und es zu weiteren Fragen ermutigt, kann es sich unbeschwert mit dem Thema befassen.

Erklären
Fragt das Kind zum ersten Mal, wo denn nun die Babys herkommen, wird diese Frage am besten so unaufgeregt beantwortet, wie all die anderen, die man tagtäglich zu hören bekommt. Ehrlichkeit bleibt dabei das Schlüsselwort: Erkläre deinem Kind, dass ein Baby entsteht, wenn Papas Samen und Mamas Eizelle in Mamas Bauch miteinander verschmelzen. Mit einer solchen Antwort sind die meisten Kinder erst einmal zufrieden und möchten zu den technischen Abläufen noch nichts wissen. Falls doch, kann man das bei sehr kleinen Kindern umschreiben: Ein Baby kann entstehen, wenn Mama und Papa sich sehr lieb haben und auf eine spezielle Weise miteinander kuscheln, wenn sie alleine sind. Sollte dir das peinlich sein, ist das in Ordnung: Sage deinem Kind, dass dir die Antwort schwerfällt und du erst darüber nachdenken musst – und komme dann zu einem späteren Zeitpunkt darauf zurück. Geschichten von Bienchen und Blümchen sind hier jedenfalls fehl am Platz.

Um Kindern ein ungestörtes Verhältnis zu ihrem Körper zu ermöglichen, darf auch der Intimbereich nicht zur Tabuzone oder etwas Ekligem erklärt werden. Ein Penis oder eine Scheide sind genauso normale Körperteile wie ein Bein und das sollte man dem Nachwuchs auch beibringen.


Mehr Statistiken finden Sie bei Statista
Auf das Alter des Kindes achten
Natürlich hängt die Antwort auf pikante Fragen immer auch vom Alter des Kindes ab. Schon die Kleinsten fragen nach und verdienen eine altersgerechte, umschreibende Antwort. Ist der Nachwuchs dagegen schon im Kindergarten- oder Schulalter, kann man die biologische Ebene erläutern: Wenn Mama und Papa sich lieb haben und allein sind, wird Papas Penis steif und er steckt ihn in die Scheide von der Mama, wobei manchmal ein Baby entstehen kann.

Wichtig ist, seine Antworten allein auf die gestellten Fragen zu beschränken. Sein Kind mit Informationen zuzuschütten sollte man vermeiden, denn die Kleinen fragen nur so viel, wie sie gerade verarbeiten können. Stattdessen kann man zurückfragen und das Kind zu einem Gespräch ermutigen: Was hast du schon darüber gehört? Was genau möchtest du wissen? Warum beschäftigt dich das?

Fragt das Kind gar nicht nach, kann man das Thema immer mal wieder anbieten und beobachten, wie es reagiert. Als Anlass eignet sich etwa eine Schwangerschaft im Bekanntenkreis oder eine Tiermutter im Zoo, die ihre Jungen säugt. Bei den darauf folgenden Erklärungen ist es okay, Spitznamen für die verschiedenen Körperteile zu benutzen – achte aber darauf, dass dein Kind die richtigen Bezeichnungen ebenfalls kennt.

Emotionalität und Werte vermitteln
Oft sind Kinder schockiert oder sogar geekelt, wenn sie zum ersten Mal davon hören, dass erwachsene Menschen Sex haben. Sage deinem Kind, dass diese Reaktion ganz normal ist, da es sich schließlich um etwas handelt, dass nur Erwachsene tun. Wichtig ist, die Emotionalität, die dabei eine Rolle spielt sowie das partnerschaftliche Miteinander zu thematisieren. Dies ist auch der richtige Zeitpunkt, seinem Nachwuchs die Werte zu vermitteln, die einem selbst wichtig sind, etwa: Erwachsene schlafen dann miteinander, wenn sie sich sehr doll lieb haben.

Die Gefühlsebene lässt sich gut mit den biologischen Erklärungen verbinden, indem man die Kleinen miteinbezieht. Nachdem du den körperlichen Vorgang erläutert hast, kannst du deinem Kind erzählen, dass es selbst auch auf diese Weise entstanden ist und es deshalb einer der schönsten Momente in deinem Leben war.

© Can Stock Photo Inc. / dolgachov
canstockphoto18588783.jpg

Kindgerechte Aufklärungsbücher
Oft kann bei dem eher schwierigen Thema ein Aufklärungsbuch eine große Hilfe sein. Die gibt es für jedes Alter in großer Auswahl. Kindgerechte Worte und Bilder vermitteln den Kleinen, wie ein Kind entsteht und was die Körper von Mann und Frau damit zu tun haben. Ihr könnt gemeinsam in dem Buch blättern und du kannst deinem Kind mithilfe der Zeichnungen alle Fragen beantworten.

Übrigens: Darüber, dass früh aufgeklärte Kinder selbst früher sexuell aktiv werden, braucht sich niemand Sorgen zu machen. Der Sexualtrieb entsteht unabhängig davon erst in der Pubertät. Tatsächlich ist sogar bekannt, dass früh aufgeklärte Kinder in späteren Jahren verantwortungsvoller verhüten.

Vor Missbrauch schützen
Aufklärung bedeutet nicht nur, seinem Kind die Namen aller Körperteile beizubringen und ihm zu erklären, was Sex ist. Genauso wichtig ist es, ihm Achtung vor seinem Körper und denen der anderen mitzugeben und ihm das Neinsagen beizubringen. Aufklärungsgespräche sind ein guter Rahmen, ein Kind behutsam über Missbrauch und Gewalt zu informieren. Erkläre deinem Kind, dass es Erwachsene gibt, die Kinder gern haben, aber Dinge mit ihnen tun, die diese nicht wollen. Das müssen nicht unbedingt Fremde sein, sondern manchmal auch Personen aus dem Bekanntenkreis oder der eigenen Familie. Mach deutlich, dass es in Ordnung ist, in solchen Situationen nein zu sagen und den Eltern davon zu erzählen. Schon sehr kleinen Kindern kann man beibringen, dass der Intimbereich ohne Erlaubnis des Kindes nicht einfach von anderen Menschen angefasst werden darf, ausgenommen natürlich die Eltern und der Kinderarzt, um dem Kind beim Waschen oder Anziehen zu helfen oder es zu untersuchen.

Aufklärung in der Schule
Sexuelle Aufklärung ist in ganz Deutschland verpflichtender Teil des Lehrplans. Wann, was und in welchem Umfang unterrichtet wird, unterscheidet sich jedoch zwischen den Bundesländern. Geschlechtermerkmale und –unterschiede, Grundfunktionen der Sexualität und Schwangerschaft werden in allen Schulen bis zur vierten Klasse gelehrt. Verhütungsfragen und Themen wie Homosexualität sind jedoch nicht überall Unterrichtsthema. Sind die Kinder schon im Jugendalter, trauen sie sich mit Fragen oft nicht mehr zu den Eltern und suchen sich ihre Informationen selbst. Auch um bestimmte Werte zu vermitteln, ist es dann meistens zu spät. Umso wichtiger ist es, seine Kinder schon früh selbst aufzuklären und sich nicht auf die Rolle der Schule zu verlassen.

Mein erstes Aufklärungsbuch - Aufklärung für Kinder ab 5 Jahre, Loewe Verlag
4457_708fe40855.jpg

Kindgerechte Antworten auf typische Fragen
Wo komme ich her?

Du bist in Mamas Bauch entstanden und dort neun Monate bis zu deiner Geburt gewachsen.

Für ältere Kinder: Ein Samen von Papa und eine Eizelle von Mama haben sich in Mamas Bauch vereint. Daraus bist du entstanden. Du bist dann in Mamas Bauch größer geworden, bis du geboren wurdest.

Wie kommt das Baby in den Bauch hinein?

Wenn Mama und Papa allein sind und sich sehr lieb haben, dann küssen sie sich und kuscheln auf eine ganz bestimmte Weise nackt miteinander. Dabei wird Papas Penis steif und er steckt ihn in die Scheide von Mama. Manchmal entsteht auf diese Weise ein Baby, das im Bauch der Mutter heranwächst.

Für ältere Kinder: Wenn ein Mann und eine Frau Sex haben, kommt aus dem Penis des Mannes die Samenflüssigkeit, die eine Eizelle im Körper der Frau befruchten kann. Daraus entsteht ein neues Kind.

Und wie kommt das Baby aus dem Bauch heraus?

Normalerweise wächst das Baby neun Monate im Bauch der Mama heran. Nach dieser Zeit wird es zu groß für den Bauch und muss geboren werden. Die Mama fährt dazu meistens in ein Krankenhaus, wo ein Arzt und Hebammen bei der Geburt helfen. Das Baby kommt dann aus der Scheide der Mama heraus. Die Nabelschnur, durch die das Baby im Bauch der Mama ernährt wurde, wird abgeschnitten – daraus wird der Bauchnabel des Kindes.

Was macht ihr eigentlich im Bett, wenn ich nicht dabei sein darf?

Erwachsene nehmen sich, wenn sie allein sind, gern Zeit füreinander, um zu kuscheln und sich zu zeigen, dass sie einander lieben. Manchmal sind sie dabei nackt und machen Liebe. Das nennt man Sex. Dabei kann ein Baby entstehen.

Warum haben Erwachsene Sex?

Erwachsene haben Sex miteinander, wenn sie ein Baby bekommen wollen. Aber auch, wenn sie keine Kinder haben möchten, haben viele Erwachsene Sex, weil sie sich auf diese Weise sehr nah sein sowie einander zeigen können, dass sie sich lieben und weil es ihnen schöne Gefühle macht.

Kann ich auch Sex haben?

Nein, Sex ist etwas, das nur Erwachsene machen.

Kann ich auch ein Baby bekommen?

Ein Baby kann nur im Bauch einer erwachsenen Frau heranwachsen. Kinder können noch keine Babys bekommen.

Warum habe ich keinen Penis?

Einen Penis haben nur Jungen. Weil du ein Mädchen bist, hast du stattdessen eine Scheide. Als Mädchen kannst du später auch ein Kind bekommen, das dann in deinem Bauch heranwächst.
 
  • Like
Reaktionen: _WarElite_

Soziale Medien

  • X
  • TikTok

Über uns

  • GommeHD.net ist einer der größten Minecraft-Server der Welt. Dir gefällt unser Server? Dann unterstütze uns durch einen Kauf im Shop!
  • Shop