Verantwortung - Kurzgeschichte

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28 Nov. 2018
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!!WARNUNG!! Dies war lediglich eine Übung für mich und hat nichts mit nichts zu tun. Nehmt es also (vor allem dieses Mal) nicht zu ernst. Danke.


Die Sonne stand schon kurz vor dem Untergehen und die Nebelschwaden über dem Moor verdichteten sich langsam, als Viven es endlich erreichte. Sie schlug den Kragen ihrer grellgelbe Regenjacke hoch um sich vor dem aufkommenden Abendwinden zu schützen und betrat ohne zu zögern den schmalen, überwucherten Pfad der sie tief in das Moor hineinführen würde. Obwohl er augenscheinlich schon seit Ewigkeiten von keiner Menschenseele benutzt worden war, kannte sie ihn wie ihre Westentasche. Rhythmisch schlug ihre nagelneue ledernde Aktentasche, deren Riemen sie sich über die linke Schulter geworfen hatte, gegen ihren Rücken. Viven zog den Riemen entnervt straffer und beschleunigte ihren Schritt. Tiefer und tiefer drang sie in das überwucherte Sumpfgebiet vor. Sie sprang über einen umgestürzten Baum der über ihrem Weg lag und landete versehentlich etwas neben dem Pfad. Sofort versank sie knöcheltief im Schlamm. Vivien seufzte. Langsam und vorsichtig zog sie erst ihren rechten und dann ihren linken Fuß aus dem Modder und setzte sie behutsam zurück auf den sicheren Weg. Erneut hatte es sich ausgezahlt das sie die pinke Gummistiefel trug, die ihr eigentlich schon seit zwei Jahren zu klein waren. Doch sie konnte einfach nicht von ihnen loslassen.
Endlich erreichte sie die Lichtung in deren Mitte drei Sumpfeichen eng umschlugen standen. In den Hunderten Jahren ihres Lebens waren sie langsam in und umeinander herum gewachsen. Vivien ließ ihre Aktentasche achtlos in den Matsch fallen und strich über den kleinen, schwarzen Samtbeutel an ihrem Gürtel. Sie hohlte tief Luft. "Azangal?"
Nach einem Augenblick der Stille begann das ganze Moor um Vivien herum zu brodeln. Die Nebelschwaden zog sich zusammen und bildeten einen dichten Schleier, der die gesamte Umgebung in ein mattes grau tauchte und Viviens Sichtfeld auf wenige Meter einschränkte. Der zuvor noch sanfte Abendwind frischte auf und brachte die Bäume um sie herum zum kreischen. Eine kalte, flüsternde Stimme schien von allen gleichzeitig Seiten auf Vivien einzudringen. "Wer wagt es meinen Namen zu gebrauchen?" Eine riesige Gestalt erhob sich aus dem schlammigen Boden. Seine verschwommenen Konturen hoben sich schwarz von dem grauen Nebel ab. "Weißt du welche Macht diese . . ." Die Stimme verstummte. "Oh, du bist es nur."
Der Wind legte sich und der Nebelschleier löste sich fast augenblicklich auf. Die Schattengestalt verschwand und Vivien bekam freien Blick auf Azangal, der wenige Meter vor ihr stand. Wie immer war er vollkommen von seinem braunen Wollmantel verhüllt, der über und über mit Moos und Flechtwerk bewachsen war. Sein Gesicht lag dieses Mal im vollkommenen Schatten. "Wie lange ist es her?" Vivien verschränkte die Arme "Ich bin nicht gekommen damit du mir wieder Vorträge hältst." Er hob leicht seinen Kopf "Siebzehn Jahre? Achtzehn vielleicht?" "Einundzwanzig, wenn du es unbedingt wissen willst." Azangal seufzte doch Viven unterbrach ihn bevor er etwas sagen konnte. "Ich bin ihr weil ich einen Vertrag schließen möchte. Also mach deinen Job und spar dir den Atem." "Schon wieder?" Vivien kniff ihre Augen zusam. "Ist das ein Problem?" Azangal schüttelte langsam den Kopf. "Sag mir wenigstens, warum ausgerechnet jetzt. Versuchst du überhaupt noch dein Leben voll auszuleben?" Vivien schnaubte. "Heute war mein erster Arbeitstag und ich wurde nur herumgeschickt, Akten stapeln und Kaffee kochen." "Was ist so schlimm an Kaffee?" Vivien rollte mit den Augen. "Wenn ich das morgen noch einmal tun muss, drehe ich durch. Ganz zu schweigen von den vierzig Jahren bis zur Rente." Azangal machte einen halben Schritt auf sie zu."Du kennst den Preis?" Vivien nahm den Samtbeutel von ihrem Gürtel und griff hinein. Sie hatte hatte vollkommen vergessen wie groß die Jadekugel gewesen war, die sie vor so vielen Jahren zerschmettert hatte, doch sie fühlte noch einiges an Stücken. Sie zog einen der größeren Splitter heraus und hielt ihn der verhüllten Gestalt entgegen. Azangal zögerte. "Ich weiß das es eigentlich in meinem Interesse liegt, aber du solltest nicht so leichtfertig deine Seele zerreißen." Vivien stampfte mit dem rechten Fuß auf, was nur einen leichtes Schmatzgeräusch erzeugte und ihren linken Stiefel mit Matsch bespritzte. "Weißt du wie frustrierend es ist aufzuwachsen? All seine Freiheiten aufzugeben und gegen eine langweilige, eintönige Zukunft einzutauschen?" Azangal zuckte leicht mit den Schultern. "Als Wesen geboren aus Kummer und Reue war ich nie auch nur einen Moment jünger oder älter als jetzt." Vivien stieß ein spitzes Lachen aus. "Dann hör einfach auf zu urteilen und mach deinen Job." Azangal zögerte. Langsam öffnete sich sein Mantel und eine kalte, blau angelaufene Hand kam zum Vorschein und nahm Viven den Jadesplitter ab. Vivien zog ihren Beutel wieder fest zu und knüpfte ihn an ihren Gürtel. Azangal begann in monotoner Stimme seinen Auftrag herunterzubeten. "Du wirst morgen wiedergeboren werden. Die Erinnerungen an dein jetziges und deine vorhergegangenen Leben werden nach und nach zu dir zurückkehren. Ich kann dir kein schöneres Leben garantieren, nur gute Startbedingungen. Als Gegenleistung habe ich einen Teil deiner unsterblichen Seele erhalten. Der Tod des ungeborenen Kindes, durch das du ersetzen wirst wird deinen Sünden hinzugerechnet. Ist das nach wie vor dein Vertragsgesuch?" "Ja ja, jetzt mach endlich." Vivien streckte ihre Arme aus und ließ sich rückwärts in den Schlamm fallen. Azangal trat über sie. Er zögerte kurz. "Bitte, versuche es diesmal wirklich." Vivien schnaubte nur zur Antwort und schloss ihre Augen. Azangal seufzte und wendete sich ab.
Vivien fühlte wie sich einzelne Wurzeln aus dem Boden erhoben und sich vorsichtig über sie legten. Langsam aber sicher versank sie im Schlamm, während sie von immer mehr Wurzeln überwuchert wurde. Plötzlich wurde es schwarz um sie herum. Sie spürte das Gewicht der Erde auf sich und hielt die Luft an. Sie schien sich langsam zu drehen, während ihr Körper kalt und taub wurde. Plötzlich kam es Vivien so vor als hätte ihr Verstand ausgesetzt und sie etwas verpasst. Ihr war jetzt ganz warm und sie schien zu schweben. Sie spürte den Sauerstoff in sich, ohne zu atmen und ein weiches, rötliches Licht drang durch ihre Lieder an ihre Augen. Ihr Mund verzog sich langsam zu seinem sanften Lächeln.
Sie war wieder am Beginn angekommen.
 
Vermutlich ist es nicht groß aufgefallen, da all meine Text ähnlich verworren und inhaltslos sind, doch tatsächlich waren zwei Kameraden so freundlich, mir jeweils 2 Worte vorzugeben. "Kindheit", "Nebel", "Kaffee" und "Ankunft". Der Plan war diese dann als Grundlagen für eine kleine Geschichte anzunehmen. Also, ja, ich habe etwas gemogelt.
Dennoch war es irgendwie lustig. Darum folgender Plan: Habt ihr ein zufälliges Wort, schreibt es hier darunter und ich versuche sie dann erneut in eine Kurzgeschichte zu manschen (Bitte jeweils nur ein Wort und bitte nichts unangebrachtes. Ich würde dann die ersten 4 nehmen).
Also ja, das ist der Plan. Nicht die schlechteste Übung für ein wenig Flexibilität :3

hochachtungsvoll,
annonymiesiert
 
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