Möchte hier keinen Anmachen, sondern nur noch ein paar Facts und ein bisschen Meinung für noch ein paar Denkanstöße droppen. Auf alle Aspekte die dazugehören kann man eh nicht eingehen, darüber werden nicht umsonst Bücher geschrieben.
Erstmal würde ich zu Atomkraft weiterhin Nein Danke sagen. Zum Atommüll hat
@Wolle8 schon viel richtiges gesagt, die Endlagerung ist nicht so einfach wie möglicherweise angenommen, es hat praktisch noch keiner ne Ahnung welches Gestein da das beste ist und es ist generell unklar, ob es Überhaupt Orte gibt wo der Müll tatsächlich diese unglaublich langen Zeiträume unbeschädigt lagern kann. Sieht man auch schön daran, dass Atomkraft zwar schon über 50 Jahre gerne genutzt wird aber keiner bisher ein Endlager gebaut hat. Bleibt also wieder mal an unserer Generation hängen.
Atomkraftwerke sind auch sicher. Reaktor 4 in Tschernobyl explodierte nur aufgrund eines dumm entworfenen Testprotokolls, der Entfernung der Graphitstäbe, die wie Bremsen für den Reaktor wirken und der daraus resultierenden hundertfachen der zugelassenen Leistung. Weiterer Grund war die Technik darin, die aus den 70ern stammte.
Kann man leider so nicht sagen. Theoretisch ist bei Versagen aller Sicherheitssysteme bei allen aktuell betriebenen Reaktoren immer noch ne Kernschmelze möglich. Tschernobyl war ein schlimmer Unfall, der mit mehr Umsicht hätte verhindert werden können. Umgekehrt können solche Unfälle aber immer noch passieren. Bei Naturkatastrophen (siehe auch Fukushima), oder noch abstrakter Anschlägen, whatever.
Es gibt Konzepte für Reaktoren, bei denen technisch keine Kernschmelze mehr möglich ist. Andere sollen wiederum auch Atommüll verwenden und dessen Halbwertszeit weiter reduzieren können. Ich bin da aber schlecht informiert und extrem skeptisch, es wundert mich nicht, dass es (mal wieder) bisher keinen einzigen davon gibt und die eher nur in der Theorie gut funktionieren. Zumal daraus resultiert, dass sie eh nicht so schnell einsatzfähig wären wie wir sie bräuchten.
Das sind so die zwei Hauptgründe, weshalb ich auf neue AKW in Deutschland auf jeden Fall verzichten würde. Erst recht, da wir so ein dicht besiedeltes Land sind. Über die Errichtung irgendwo in der Pampa können wir durchaus reden, wobei da der Energietransport wieder zum Problem werden könnte.
Aus meiner Sicht ist da Kernfusion das nächste große Ding, aber realistisch leider auch lange noch nicht einsetzbar.
Ich weiß nicht, mir scheint es so, als ob man vielen Leuten während sie jung waren erzählt hat, wie dreckig denn AKWs sind. Das erklärt auch die Abschaffung dieser.
Ich denke nicht, eher war es Tschernobyl, denn dieser Vorfall hatte schließlich auch starke Auswirkungen auf das Leben in Deutschland. Haben wir nicht erlebt, die aber schon.
2. Nutzen keine Kohle, die nur noch wenige Jahrzehnte reicht, sondern nutzen Uran, das für 200 Jahre reichen würde.
Da muss ich mal widersprechen, Kohle macht, Reserven und Ressourcen einfach mal zusammengenommen, mit knapp 80% der Energiemenge, nämlich 490.723 EJ,den größten Anteil der bisher entdeckten noch verfügbaren fossilen Energieträger aus. Die Frage ist ob wir das tatsächlich verfeuern wollen, lieber nicht

Habe mir diese Zahl jetzt mal aus der Energiestudie 2016 des BGR genommen. Sehr empfehlenswerte Lektüre.
Über das Thema, dass die Reduktion von co2 ein weltweites Ding ist bei dem jeder mitmachen muss brauchen wir nicht zu reden, selbsterklärend.
Wenn wir über die Effizienz reden, verstehe ich ein paar Gedankengänge nicht. Wenn wir z.B. über ein Braunkohlekraftwerk mit einer durchschnittlichen Effizienz von 35% reden, ist ja jedem klar, dass wir 65% der in der Kohle gespeicherten Energie verlieren. Diese zumindest nicht in Form der gewünschten elektrischen Energie bei uns ankommt, denn weitergenutzt werden diese Wärmeverluste nach Möglichkeit schon (nur halt nicht Verluste der Dampfturbinen und sonstiger Infrastruktur selbst, da ist natürlich nichts zu machen). Was aber verschwenden wir, wenn wir dagegen eine Photovoltaikanlage mit 15% haben? Doch eigentlich gar nichts, wir können von die Energie der Sonne halt nur nicht mehr nutzen.
Außerdem muss man bei diesen Diskussionen eh viel spezifischer werden. Wenn wir bspw. von einer Windkraftanlage reden, kann ein solcher Rotor physikalisch bedingt sowieso nur maximal 59% der Windenergie aufnehmen, mehr geht auf dieser Welt nicht. Wenn Erklärung gewünscht ist gerne fragen. Dabei haben wir aber noch gar keine Verluste durch die Rotorform selbst, Turbine, Wechselrichter... da kommen wir am Ende auf Wirkungsgrade von 20,30,40%, die sich aber technisch kaum weiter verbessern lassen. Genauso wie bei Kohlekraftwerken. Aber haben wir einen Schaden davon, wenn wir regenerative Energie liegen lassen, im Gegensatz zu den tatsächlichen Verlusten bei der Verbrennung fossiler Energieträger? Nö. Von daher find ich es teilweise sinnlos, die ganzen Wirkungsgrade ohne Erklärung nebeneinanderzustellen.
So viele Solarzellen und andere Maschinen, die du bauen willst, das geht nicht. Wir haben dafür nicht genug Zeit und Ressourcen. Schlichtweg unrealistisch.
Du hast dir jetzt leider genau das falsche Beispiel rausgesucht. Die Grundstoffe zur Herstellung von Solarzellen (Silizium, Aluminium, Kupfer) sind quasi unbegrenzt verfügbar. Aber ich weiß was du meinst.
Theoretisch ist es sogar jetzt schon so, dass sich Deutschlands Bedarf an elektrischer Energie (Primärenergie lassen wir weg, das ist echt ne andere Hausnummer) schon jetzt vollständig regenerativ und nötigenfalls unterstützt von Gaskraftwerken, (welche es schon gibt, aber die meisten Zeit stillstehen) decken lässt. Man muss es nur bezahlen wollen. Sollten wir es tun? Eher nicht, die Zeit ist leider noch nicht reif. Wir müssen aber zusehen, dass wir schnellstens da hinkommen.
Ein Atomkraft-Revival halte ich dabei allerdings für den falschen Weg.