GunGame Über den Feigling

Commandantee

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22 Aug. 2021
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Einleitung

Die Gungame-Server und damit ihre Spieler erblickten 2014 das Licht der Welt. Es war eine Zeit des Entdeckens, der Neuerung. Doch mit allen Spielern entdeckte noch etwas anderes die Welt, etwas dunkleres, hinterhältiges, und den Gungamespielern doch so eigenes und vertrautes wie teamen: Das Feiglingtum. Wie ein Geschwür wächst es immer wieder an verschiedenen Stellen aus dem Spielertum heraus, greift mit beißenden Tentakeln um sich und entzieht allen ehrlichen Spielern um sich herum Spaß, Freude und Fairness, um sich daran zu ergötzen und zu wachsen. Seine Ziele stehen den Zielen ehrlicher Spieler gegenüber, seine Existenz setzt die Nichtexistenz ehrlicher Spieler voraus. Zulange haben wir das Feiglingtum in unserer Mitte geduldet, zulange haben wir alle tatenlos zugesehen. Es wird Zeit, dem Feiglingtum ein Manifest entgegenzusetzen, um es zu verstehen, zu erkennen, und schließlich, dass muss das Ziel sein, zu vernichten. Ein Gespür gegen den Feigling ist in jedem ehrlichen Spieler schon vorhanden; es wird Zeit, diesem Gefühl einen Namen zu geben.


Die Motive eines Feiglings

Der Begriff “Feiglingtum” mag die Illusion hervorrufen, es handele sich um so etwas wie eine Krankheit, etwas, was einen Spieler befällt und gegen das er machtlos ist. Dies ist nicht der Fall. “Feiglingtum” beschreibt ein immer wieder auftretendes Verhalten, dem Spieler verfallen, ist aber an und für sich kein Grund, dies zu tun. Eine solche Ansichtsweise führt zu Verständnis und Nachsicht gegenüber dem Feigling, die unter keinen Umständen geboten sind. Um ihnen vorzubeugen, werden im folgenden die wahren Motive eines Feiglings untersucht. Das grundlegende Motiv ist leicht zu erkennen: Habgier. Der Feigling will mehr, mehr Kills, mehr Equipment, mehr Anerkennung. Und er schreckt dafür nicht vor dem töten anderer Spieler zurück. “Das kann so sein”, mag jetzt manch aufmerksamer Spieler antworten,” aber gilt das nicht für jeden Gungamespieler?”. Einem solchen Spieler ist erstmal zu applaudieren, denn er hat erkannt, dass dieses Motiv alleine den Feigling keineswegs zu dem Parasiten macht, der er ist. Den parasitären Status erreicht der Feigling erst durch die Längen, die er bereit ist zu gehen, um seine Habgier zu befriedigen. Während der ehrliche Spieler versucht, sich seinen Status, seine Kills und sein Equipment in einem Kampf zu erarbeiten, in dem Terrain zwar zu seinem Vorteil genutzt werden kann, bei dem aber beide Parteien angreifbar sind. Der Feigling hingegen scheut und fürchtet solch offene Konfrontation. Statt sich dem Konflikt zu stellen, der ihn angreifbar macht, versteckt er sich kurz an der Grenze zum Spawn, wartend darauf, dass jemand diese Grenze überschreitet, um sie für den Bruchteil einer Sekunde zu überschreiten, dem Spieler einen tödlichen Schlag zu verpassen, nur um sich sofort wieder in die Sicherheit des Spawns zu flüchten. Neben der gemeinen Habgier ist also Angst eines der zentralen Motive des Feiglings, woher dieser auch seinen Namen erhält. Es ist damit offensichtlich, dass dieses Verhalten keineswegs von überlegener Intelligenz oder taktischer Raffinesse zeugt, wie manch gewiefter Feigling sich rechtfertigen zu versuchen mag, sondern nichts weiter als ein Zeichen der Schwäche und der Angst. Manch ein Feigling mag das bestreiten, die besten Gründe für sein Verhalten hervorbringen. Beschäftigen wir uns also mit dem häufigsten, um ihn als das zu entlarven, was sie sind: Lügen eines Parasiten, der andere und sich selbst davon überzeugen will, dass er eben genau das nicht ist.
“Ich mache das nur, um stark genug zu werden, um einen stärkeren Spieler zu töten.” Diese vermeintlich noble Ausrede mag auf den ersten Blick wie eine durchaus legitime Begründung klingen, nach der das Verhalten des Feiglings zu rechtfertigen ist, doch sie zeigen nur weitere Tiefen des Feiglingtums auf. Denn wovon zeugen solche Begründungen, wenn nicht vom Egoismus? “Moment”, mag jetzt nicht ganz so aufmerksamer Spieler antworten, ”sind nicht alleine Gungamerspieler egoistisch? Beruht darauf das Spielprinzip? Ein nicht egoistischer Gungamespieler, ist das nicht ein Oxymoron?”. Eine solche Antwort zeugt zwar von einem grundsätzlichen, aber keinem tieferen Verständnis, von den Wirkweisen von Gungame. Denn dieser vermeintliche Widerspruch zeugt lediglich davon, was Gungame zu einem Spielmodus macht, der weit über das simple töten hinausgeht. Jeder regelmäßige Spieler wird, wenn er sich zurückerinnert, nur an Momente denken, die im Zusammenspiel mit anderen entstanden sind. Freundschaften, Fehden, Kriege zwischen Teams, Intrigen und lustige Chats. All diese Momente sorgen dafür, dass Gungame zu mehr wird, und alle diese Momente werden nur durch Kooperation möglich. Selbst eine simple Fehde, eine Antagonie zwischen Spielern wird nur möglich, weil beide Aufeinander eingehen, anstatt sich starr auf das möglichst effiziente Töten möglichst vieler Spieler zu konzentrieren. Chatinteraktionen stehen einer solchen Effizienz gegenüber, womit wir bewiesen hätten, dass selbst für vermeintlich antagonistische, aber erinnerungswürdige Momente ein gewisses Maß an Selbstlosigkeit erforderlich ist. Dass dieses Maß für andere Ereignisse nur steigt, ist selbsterklärend. Da für alles, was Gungame spielwürdig macht, Selbstlosigkeit von Nöten ist, ist der Feigling natürlich die Antithese, und so auch sein vermeintlich nobles Motiv. Denn auf einen übermächtigen Spieler hat die Geschichte von Gungame und die der Welt eine Antwort: Mobilisation der Massen. Wer sich einem Spieler gegenüber findet, den er nicht überwinden kann, der hat nichts weiter zu tun, als sich Mitstreiter zu suchen, und auch wenn ein solches Unterfangen nicht immer von Erfolg gekrönt sein wird (was der Feigling für sein Unternehmen ebenfalls nicht behaupten kann), so hat er doch eine Erfahrung geschaffen, an die sich alle Beteiligten gerne zurückerinnern werden. Statt aber so zum Spielerlebnis und zur Freude aller beizutragen entscheidet sich der Feiglng, das Spielerlebnis und die Freude aller anderen zu zerstören. Es ist dieser Egoismus, der dem Feigling innewohnt, der ihn zum erklärten Feind eines jeden Spielers machen muss, dem etwas am Spielspaß liegt. Wo wir jetzt die Motive und die Natur des Feiglings besser verstehen, widmen wir uns seinem Verhalten und wie man ihn erkennt.


Das Verhalten des Feiglings

Den Feigling zu erkennen ist glücklicher nicht schwer, im folgenden wird nur kurz das Prinzip des Feiglingtums erläutert. Dieses beruht darauf, sich möglichst nahe an die Spawngrenze zu stehen, so dass diese gerade nicht überschritten wird. Wenn sich ein Spieler dann aus dieser herausbewegt, folgt ihm der Feigling einen Millimeter über die Spawngrenze, schlägt den wehrlosen Spieler ins Wasser, um sich wieder in Sicherheit des Spawns zu verstecken, damit er nicht von anderen Spielern geschlagen wird. Das typische Verhalten des Feiglings ist also: Das Sneaken nahe der Spawngrenze; das antäuschende Sneaken aus dem Spawn heraus, um andere Spieler zu täuschen; das dauerhafte Schlagen aus dem Spawn heraus. Sollte man ein solches oder ähnliches Verhalten beobachten, ist es ratsam, den vermeintlichen Feigling zu beobachten, bis man sich seines Feiglingtums gewiss ist. Wie man vorgeht, wenn man einen solchen Feigling entlarvt hat wird im nächsten und letzten Abschnitt behandelt


Das Vorgehen gegen einen Feiglings

Was tun, wenn man den Feigling erstmal erkannt hat? Die Frage darauf wurde an früherer Stelle schon angedeutet: die Massen sind zu mobilisieren. Dabei wird die natürliche Abneigung gegen den Feigling benutzt, um eine Gruppe von Spielern zu mobilisieren, mit dessen Hilfe der Feigling entweder vom Feiglingtum abgebracht oder aber mindestens seiner durch es herbeischmarotzten Erfolge beraubt werden soll. Um diesen Vorgang besser zu verstehen, werden wir seine drei Phasen genauer unter die Lupe nehmen. Er beginnt mit der Agitation. In der Agitation kommt es darauf an, die Ablehnung der Spieler gegenüber dem Feiglingtum zu entfachen, zu schüren und ihr einen Namen zu geben. Dabei kann es, je nach Spielerschaft, hilfreich sein, die Ungerechtigkeit abstrakt zu beschreiben, oder emotional auf ihre Auswirkungen für den eigenen Spieler hinzuweisen: Für unerfahrene Agitatoren empfiehlt es sich, im Zweifel auf zweitere Methode zurückzugreifen, da eine emotionale Ansprache allgemein gesprochen größeren Anklang findet und damit leichter zur Agitation der anderen Spieler führt. Wenn die Ablehnung und Wut gegenüber dem Feiglingtum ihren Höhepunkt erreicht haben, ist in die zweite Phase, die Elimination überzugehen. Dies geschieht einfach mit der Konkretisierung der Agitation. Während in der ersten Phase gegen das Feiglingtum insgesamt agitiert und gehetzt, wird in diesem Übergang der konkrete Feigling in der Lobby benannt, so dass sich die ganze geschürte Ablehnung der Spieler auf ihn konzentriert. Was folgt ist die Phase der Elimination, in der der Feigling von gesammelter Spielerschaft immer wieder eliminiert wird, bis er entweder nackt ist oder sich bessert. Es empfiehlt sich, dieses Ziel zu benennen, da einige Spieler ihre Pflicht sonst mit dem einmaligen Töten als erfüllt ansehen. Nach der Elimination gibt es noch eine mögliche dritte Phase, die aber nicht zwingend ist. Sollte sie aber folgen, ist sie allerdings die entscheidende im Kampf gegen das Feiglingtum: die Rehabilitation. Diese tritt ein, wenn der Feigling von seinem Feiglingtum abkommt. Sollte dies der Fall sein, ist es imperativ, dass ihm die Hand in Freundschaft gereicht und er in die Community der ehrlichen Spieler zurückgeholt wird. Denn nur, wenn dem ehemaligen Feigling gezeigt wird, was Gungame spielenswert macht, kann ihm das Feiglingtum dauerhaft ausgedreht werden, Denn dem Gefühl vom Community und dem daraus resultierenden Spaß kann kein noch so hohes Level gleichkommen. Folglich empfiehlt es sich, den vermeintlichen Feigling unter seine Fittiche zu nehmen, wenigstens für den gleichen Tag, und weitere Angriffe auf ihn zu verhindern. Dies ist die einzige, dauerhaft wirkende Strategie, die wir gegen den Feigling haben.


Nachwort

Manch einer mag sich jetzt fragen, warum wir uns diese Mühe machen. Die Antwort darauf ist denkbar einfach: wir kämpfen für eine Welt ohne Feiglinge. Dieses Flugblatt dient dazu, dem Phänomen einen Namen und der Spielerschaft eine Anleitung zu geben, sich gegen das Feiglingtum, den Feind in unserer Mitte zur Wehr zu setzen. Keine Macht dem Feigling!


Commandantee, 22.08.2021